Aion 2 soll das neue Flagship-MMORPG der koreanischen Firma NCSoft werden. Die ist bereits bekannt für Spiele wie Lineage, Blade & Soul und als Publisher von City of Heroes oder Guild Wars 2. Ihr neuster Titel erschien am 18. November in Korea und Taiwan und soll in der zweiten Hälfte 2026 zu uns in den Westen kommen.
Doch schon der Release in Asien hat zu großen Diskussionen geführt. Denn obwohl die Entwickler eigentlich versprochen hatten, dass ihr neues Spiel frei von Pay2Win bleibt, erntet die Monetarisierung viel Kritik. Und das sowohl von Spielern in Korea und im Westen als auch von den Investoren.
Zwei Abos, zwei Battlepässe, ein Shop und ein Währungsumtausch
Doch was genau macht die Monetarisierung nun aus? Erstmal ist Aion 2 Free2Play, es kann also kostenlos installiert und gespielt werden. Jedoch bietet es ein Abo für umgerechnet rund 12 Euro, welches den Zugriff aufs Auktionshaus, den Handel zwischen Spielern und den Umtausch der Währungen Quna und Qina enthält. Auf den gehen wir später nochmal ein.
Obendrauf gibt es noch ein Abo, welches zusätzliche Dungeonruns, mehr Zeit im PvEvP-Modus Abyss und mehr Belohnungen aus Minispielen verleiht. Das kostet alleine rund 19 Euro oder man kauft beide Abos im Bundle für 27 Euro pro Monat.
Wer noch nicht genug Geld ausgegeben hat, kann zwei Battlepässe kaufen, die alle 60 Tage rotieren. Die kosten nochmal 8 und 15 Euro. Im Echtgeldshop gibt es dann tatsächlich keine Items mehr, die Vorteile geben, allerdings etliche Skins für 10 bis 35 Euro sowie zusätzliche Charakter- und Bankplätze für rund 10 Euro.
Das große Problem ist jedoch der Währungsumtausch zwischen Qina und Quna. Qina ist die Ingame-Währung, mit der im Auktionshaus gehandelt wird und die auch für etliche andere Dinge wie die Aufwertung der Ausrüstung oder der Fähigkeiten benötigt wird. Quna hingegen ist die Echtgeldwährung. Wie in Guild Wars 2 bei den Gems oder bei der WoW-Marke können Spieler das Quna für Echtgeld kaufen und dann an andere Spieler für Qina verkaufen. Doch hier gibt es ein Problem.
Während das Gold in GW2 und WoW zwar wichtig, aber nicht essenziell ist, benötigt man in Aion 2 Qina für nahezu alles. Die riesigen Mengen lassen sich nur sehr schwer erfarmen. Und genau das macht den Einsatz von Echtgeld so reizvoll.
Aktie von NCSoft fällt um zeitweise 25 %
Eigentlich sind die Veröffentlichungen von neuen Spielen immer ein Zeitpunkt, an dem die Aktien eines Unternehmens steigen sollten. Gerade wenn man das große Flagship-Projekt releast hat. Doch die Kritik an der Monetarisierung fällt von allen Seiten groß aus.
- Die Spieler im Westen und Korea beschweren sich einerseits über die hohen Abo-Gebühren, die viele nicht bezahlen wollen, aber auch über den Umtausch der Währungen. Sie befürchten, dass man sich so mit viel Echtgeld zu viele Vorteile kaufen kann.
- Investoren hingegen sind skeptisch, weil sie davon ausgehen, dass das Abo nicht genutzt wird und sie lieber mehr Items im Shop gesehen hätten, die direkte Vorteile für Echtgeld bringen – also Pay2Win sind, wie man hier im Westen sagen würde. Darin sehen sie natürlich die größten Gewinnchancen, wenn einige Leute, die sich nicht im Griff haben, tausende Euro im Shop lassen. Aus ihrer Sicht ist die Monetarisierung zu undurchsichtig.
Beides führte dazu, dass die Aktie von NCSoft einen ordentlichen Knick hinnehmen musste. Am Release-Tag sank sie um 20 %, zwischenzeitlich fiel sie sogar um 25 %, wobei sie sich zuletzt leicht erholt hat. Doch ein Imageschaden ist schon entstanden.
Aktuell ist noch unklar, wie die koreanische Firma auf die Kritik reagieren wird. Wichtig ist zudem, dass wir derzeit noch nicht wissen, wer Aion 2 im Westen vertreiben wird. Erfahrungsgemäß hat der Publisher nochmal Einfluss auf das Spiel, gerade was die Monetarisierung angeht. Ob das MMORPG also mit dem gleichen Modell hier veröffentlicht wird, ist derzeit noch offen.
Veröffentlicht: 21. November 2025 15:52 Uhr