Es gibt ehrliche Momente in der Spieleentwicklung – und dann gibt es Patrick Söderlund, der sich vor sein Team stellt und sagt in einem Interview mit edge-magazine.
- Von der Vision zum Frust
- „Momente des Spaßes“ reichen nicht
- Vom Free-to-Play zum Premium
- Zwischen Testläufen und Hoffnungsschimmern
- Ein Spiel, das sich seinen Spaß erkämpfen musste
- Frisches vom Feed
- Häufig gestellte Fragen zu ARC Raiders
„Dieses Spiel ist nicht spaßig.“
So geschehen bei ARC Raiders, dem kommenden PvPvE-Shooter von Embark Studios. Ein Satz, der so einfach klingt, aber intern zu einer dreijährigen Achterbahnfahrt führte.
Von der Vision zum Frust
Als ARC Raiders 2021 erstmals gezeigt wurde, wirkte alles nach einem Traumprojekt: retrofuturistische Ästhetik, bombastische Sci-Fi-Kulisse, Koop gegen Maschinen aus dem All. Doch je länger das Studio daran arbeitete, desto klarer wurde: Der Trailer machte mehr Spaß als das Spiel selbst.
Söderlund, früher bei DICE und EA, zog die Reißleine. Die Entwicklung wurde gestoppt, neu gedacht und schließlich komplett umgebaut. Was einst ein PvE-Erlebnis werden sollte, verwandelte sich in ein PvPvE-Spiel – also in einen Kampf ums Überleben, in dem andere Menschen plötzlich genauso gefährlich sind wie die Roboter aus dem Himmel.
„Momente des Spaßes“ reichen nicht
Als Aleksandr Grondal, ebenfalls ein EA-Veteran, im letzten halben Jahr der Entwicklung dazukam, war der Kurswechsel schon beschlossen. „Es gab Momente des Spaßes, aber sie hielten nicht an“, sagt er. Eine ehrliche Bilanz – und eine, die zeigt, dass Embark lieber scheitert, als halbgar zu liefern.
Interessant dabei: Das Team war eigentlich müde von PvP-Spielen. Nach Jahren an Projekten wie The Finals und diversen EA-Shootern wollten sie etwas anderes. Doch der Realitätstest zeigte: Nur PvE reichte nicht. Es fehlte der Druck, die Spannung, das Unvorhersehbare – also genau das, was Multiplayer-Shooter am Leben hält.
Vom Free-to-Play zum Premium
Auch das Geschäftsmodell wurde auf links gedreht. Statt Free-to-Play setzt Embark nun auf ein klassisches Premium-Modell. ARC Raiders kostet 39,99 €, die Deluxe Edition 59,99 €. Ein Schritt, der laut Studio vor allem eins bringen soll: Fokus.
„Ein Premium-Modell erlaubt uns, ein ausgewogeneres, konzentrierteres Erlebnis zu schaffen“, heißt es in einem Statement. Übersetzt: keine Battle-Pass-Pflicht, kein Mikrotransaktionsdruck. Stattdessen ein Spiel, das hoffentlich durch Qualität überzeugt – und nicht durch Skin-Rotation.
Zwischen Testläufen und Hoffnungsschimmern
Vor Release gibt es gleich zwei Testphasen: den Server Slam Mitte Oktober und kurz darauf einen PC-Playtest. Ein cleverer Move, um Technik und Balancing zu prüfen – aber auch ein Statement an die Community: Embark weiß, dass Vertrauen erspielt werden muss.
Denn nach drei Jahren Umbauarbeiten steht mehr auf dem Spiel als nur ein Release. ARC Raiders muss beweisen, dass sich Mut zur Ehrlichkeit auszahlt – und dass „Spaß“ in der Spieleentwicklung mehr ist als nur ein Buzzword in einem Pitchdeck.
Ein Spiel, das sich seinen Spaß erkämpfen musste
Wenn ARC Raiders Ende Oktober erscheint, wird es ein Spiel sein, das sich selbst neu erfunden hat – aus Frust, Selbstkritik und der simplen Erkenntnis, dass gute Ideen allein nicht reichen.
Frisches vom Feed
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Häufig gestellte Fragen zu ARC Raiders
Was ist ARC Raiders?
ARC Raiders ist ein Sci-Fi-Extraction-Shooter von Embark Studios, in dem PvPvE-Kämpfe um Ressourcen und Überleben im Mittelpunkt stehen.
Wer entwickelt ARC Raiders?
Das Spiel stammt von Embark Studios, gegründet von Ex-DICE-Veteranen um Patrick Söderlund, die zuvor an Titeln wie Battlefield arbeiteten.
Warum wurde ARC Raiders mehrfach verschoben?
Weil frühe Versionen laut Entwickler „nicht spaßig“ waren. Das Spiel wurde neu ausgerichtet und von PvE zu PvPvE umgebaut.
Warum wechselte ARC Raiders von Free-to-Play zu Premium?
Embark wollte ein fokussierteres Erlebnis ohne Monetarisierungsdruck bieten und setzt deshalb auf ein einmaliges Kaufmodell.
Wann findet der nächste Test statt?
Der Server Slam läuft vom 17. bis 19. Oktober 2025, der PC-Playtest folgt vom 24. bis 27. Oktober.




Veröffentlicht: 6. Oktober 2025 13:32 Uhr