Bei Crystal Dynamics bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Das Studio hinter Tomb Raider hat bestätigt, dass „knapp unter 30“ weitere Teammitglieder gehen müssen. Und das nur wenige Monate nach den letzten Kürzungen. Es ist der dritte Einschnitt innerhalb eines Jahres, und langsam zeigt sich, wie stark der Druck im Hintergrund tatsächlich ist.
- Ein weiterer Einschnitt im Namen von „Optimierung“
- Die Perfect-Dark-Kettenreaktion
- Ein Studio zwischen Tradition und Turbulenzen
Ein weiterer Einschnitt im Namen von „Optimierung“
In einem LinkedIn-Statement formuliert das Team, was in der Branche mittlerweile fast ritualisiert klingt. Eine „notwendige Entscheidung“, eine „schwierige Umstrukturierung“, getroffen, um die Entwicklung des kommenden Tomb-Raider-Spiels zu stabilisieren. Die Betroffenen kommen aus unterschiedlichen Bereichen und Projekten, was einmal mehr zeigt, wie tiefgreifend die Neuaufstellung ist.
Crystal Dynamics betont, man reagiere damit auf die Realität eines Marktes, der sich immer schneller verändert. Das Ziel sei, die Zukunft zu sichern. Sowohl für das Flaggschiff Tomb Raider als auch für neue Projekte, die sich erst am Horizont formen.
Die Perfect-Dark-Kettenreaktion
Die aktuellen Entlassungen stehen nicht isoliert da. Bereits im August mussten „eine Reihe“ von Mitarbeitenden gehen – damals mit deutlichem Verweis auf die Streichung von Perfect Dark durch Xbox Game Studios. Der Titel war als großes Comeback geplant, bis er im März endgültig gekippt wurde, als Microsoft im Rahmen eines massiven Sparkurses 9000 Stellen strich.
Auch im März hatte Crystal Dynamics bereits 17 Entwickler:innen verloren. Die Linie ist klar: Jeder Rückschlag zieht Konsequenzen nach sich, und Perfect Dark war ein besonders großer.
Ein Studio zwischen Tradition und Turbulenzen
Crystal Dynamics hat einen langen Weg hinter sich – von Square Enix über Marvel’s Avengers bis zum Verkauf an Embracer Group für rund 300 Millionen US-Dollar. Seitdem unterstützte das Team Remasters wie Tomb Raider und Legacy of Kain, während intern an der nächsten großen Ära gearbeitet wird.
Doch mit jedem Personalabbau wird spürbarer, wie schwierig der Spagat zwischen Altlasten, neuen Projekten und wirtschaftlichen Zwängen geworden ist. Tomb Raider hat die Power, ein Studio zu tragen – aber eben auch die Erwartung, es zu retten.
Veröffentlicht: 24. November 2025 03:00 Uhr