Destiny 2: Renegades
Activision

Destiny 2: Renegades startet verhalten – trotz Star-Wars-Bonus

Destiny 2 hat schon viele Höhen und Tiefen gesehen, aber der Start von Renegades fühlt sich eher nach vorsichtigem Abtasten an als nach einem galaktischen Aufbruch. Dabei klang die Kombination aus Destiny-Universum und Star-Wars-Charakteren eigentlich nach einem sicheren Hype-Motor. Doch die Zahlen zum Launch zeigen ein anderes Bild – eines, das Bungie derzeit nur schwer wegdiskutieren kann.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Launch, der nicht zündet
  2. Ein neues Modell, das noch nicht trägt
  3. Hintergrundrauschen einer schwierigen Phase

Ein Launch, der nicht zündet

Am 2. Dezember erreichte Destiny 2 auf Steam einen Peak von knapp über 71.000 gleichzeitigen Spieler:innen. Für viele Live-Service-Games wäre das solide, doch im Kontext von Destiny 2 wirkt es überraschend klein. Die letzte Erweiterung, The Edge of Fate, lag deutlich höher und knackte fast 100.000 Spieler:innen. Und die noch größeren Kapitel wie The Final Shape oder Lightfall? Die operierten mit Peaks jenseits der 300.000er-Marke. Diesmal bleibt der Funke aus.

Parallel dazu fällt auch die Twitch-Kurve ab. Während The Edge of Fate über 100.000 gleichzeitige Zuschauer:innen anlockte, kommt Renegades nicht einmal auf die Hälfte. Für ein Spiel, das stark von Community-Momentum lebt, ist das spürbar – zumal große Releases normalerweise für volle Timelines sorgen.

Ein neues Modell, das noch nicht trägt

Bungies aktuelle Expansions-Strategie – zwei mittelgroße Erweiterungen pro Jahr statt einer großen plus Seasons – sollte eigentlich für mehr Rhythmus und weniger Leerlauf sorgen. Doch Renegades zeigt, dass der neue Takt noch nicht überall ankommt. Selbst kleinere Episoden aus dem Vorjahr hatten höhere Peaks als diese Erweiterung. Das wirft Fragen auf, ob Destiny 2 auf Steam gerade generell an Zugkraft verliert oder ob Renegades einfach nicht die Art Spannung erzeugt, die Spieler:innen zurückzieht.

Der Rückgang wirkt umso deutlicher, weil das Star-Wars-Thema im Vorfeld als Joker gehandelt wurde. Der Cross-Universe-Bonus scheint aber eher ein kurzes Info-Rauschen erzeugt zu haben als eine echte Rückholwelle.

Hintergrundrauschen einer schwierigen Phase

Bungie kämpft ohnehin mit Gegenwind. Nach The Final Shape rutschten die Spielerzahlen monatelang ab, und Sony verbuchte jüngst eine signifikante Wertminderung auf Bungies Vermögenswerte. Für ein Live-Service-Spiel, das von konstantem Interesse lebt, sind solche Tendenzen belastend – und man merkt, wie sehr die Community inzwischen auf frische Impulse wartet, die sich wirklich nach Fortschritt anfühlen.

Renegades wollte genau das liefern, doch der Start zeigt: Die Stimmung im Destiny-Kosmos ist gerade vorsichtig, vielleicht sogar skeptisch. Und die große Frage bleibt, ob Bungie den Trend mit dem Mid-Expansion-Update drehen kann – oder ob Renegades trotz Star-Wars-Glanz ein Kapitel bleibt, das eher leise ins Universum driftet.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️