Electronic Arts hat in einem neuen Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC offengelegt, welche Risiken mit der geplanten Übernahme durch den saudischen Public Investment Fund, Silver Lake und Affinity Partners einhergehen. Das 55-Milliarden-Dollar-Geschäft sorgt seit seiner Ankündigung für anhaltende Kritik – und auch EA selbst scheint sich der Unsicherheiten bewusst zu sein.
Unsichere Zukunft und mögliche Verluste
In dem Abschnitt „Merger Risks“ schreibt das Unternehmen, dass es im Falle einer Verzögerung oder eines Scheiterns der Übernahme zu „finanziellen und operativen Störungen“ kommen könnte. Auch der Aktienkurs könne sinken, sollte der Markt Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss entwickeln.
EA betont, dass der Abschluss des Deals von Bedingungen abhängt, die nicht vollständig im Einflussbereich des Unternehmens liegen. Aktuell geht man aber davon aus, dass die Übernahme bis zum ersten Quartal des Fiskaljahres 2027 abgeschlossen sein wird.
Zu den möglichen Folgen zählt EA auch, dass Partner und Geschäftskunden ihre Beziehungen zum Publisher überdenken könnten. Außerdem könne der Deal verhindern, „sonst attraktive“ Geschäftsmöglichkeiten zu verfolgen. Hinzu kommen hohe Kosten, die EA bereits für die Vorbereitung der Fusion aufgebracht hat und weiter aufbringen wird.
Interne Kommunikation und öffentliche Kritik
Parallel zum Bericht hat EA auch ein internes FAQ-Dokument für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktualisiert. Dort heißt es, es werde „keine unmittelbaren Änderungen an Job, Team oder täglicher Arbeit“ geben. Neu hinzugefügt wurde außerdem der Hinweis, dass EA die „kreative Kontrolle“ behalten und weiterhin auf „spielerzentrierte Werte“ setzen werde.
Diese Ergänzung kommt nicht ohne Grund: In den vergangenen Wochen hatte sich die Kritik an der Übernahme deutlich verschärft. Die Gewerkschaft United Videogame Workers-CWA veröffentlichte einen offenen Brief, in dem sie EA vorwarf, „Macht und Wohlstand in den Händen weniger Gatekeeper zu konzentrieren“. Auch mehrere bekannte Sims-4-Creator kündigten ihren Rückzug aus dem offiziellen EA Creators Network an.
Ob die Fusion tatsächlich wie geplant umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Der Ton in EAs Bericht lässt jedoch erkennen, dass man intern mit allen Szenarien rechnet – von wachsendem Druck bis hin zu möglichen Rückschlägen auf dem Weg zum größten Deal der Unternehmensgeschichte.
Veröffentlicht: 30. November 2025 22:31 Uhr