Der frühere Leiter der Assassin’s Creed-Reihe, Marc-Alexis Côté, hat Klage gegen Ubisoft eingereicht. Der langjährige Ubisoft-Manager fordert Schadenersatz in Höhe von umgerechnet knapp einer Million US-Dollar. Grundlage der Klage ist der Vorwurf einer sogenannten konstruktiven Kündigung.
- Abgang nach Veröffentlichung von Assassin’s Creed Shadows
- Angebotene Rolle bei Vantage Studios
- Klage vor dem Superior Court of Quebec
- Vorwurf der konstruktiven Kündigung
- Langjährige Tätigkeit bei Ubisoft
- FAQ
Abgang nach Veröffentlichung von Assassin’s Creed Shadows
Côté verließ Ubisoft rund sieben Monate nach der Veröffentlichung von Assassin’s Creed Shadows. Das Spiel erschien im vergangenen Jahr und zählte zu den kommerziell erfolgreichsten Titeln der Seriengeschichte. Kurz nach der offiziellen Bekanntgabe seines Ausscheidens erklärte Côté öffentlich, dass der Schritt nicht auf eigenen Wunsch erfolgt sei.
Bereits im Oktober äußerte er sich auf LinkedIn zu seiner Situation. Dort schrieb er, dass ihm eine neue Position innerhalb des neu gegründeten Vantage Studios angeboten worden sei. Diese Rolle habe jedoch nicht den gleichen Umfang, die gleiche Verantwortung oder die Kontinuität seiner bisherigen Arbeit gehabt.
Angebotene Rolle bei Vantage Studios
Laut Côté sollte er künftig als Head of Production tätig sein. In dieser Funktion hätte er nicht mehr direkt an Ubisoft-CEO Yves Guillemot berichtet, sondern an einen übergeordneten Franchise-Leiter. Diese Position verantwortet mehrere große Ubisoft-Marken, darunter Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six.
Für die Rolle des Franchise-Leiters sei Côté nicht berücksichtigt worden. Nach Angaben aus dem Verfahren lag dies unter anderem daran, dass der Posten in Frankreich angesiedelt ist, während Côté in Québec tätig war. Aus seiner Sicht stellte das neue Angebot eine faktische Degradierung dar.
Klage vor dem Superior Court of Quebec
Wie der kanadische Sender Radio-Canada berichtet, wurde die Klage beim Superior Court of Quebec eingereicht. Gefordert werden rund 1,3 Millionen kanadische Dollar. Die Summe setzt sich unter anderem aus zwei Jahresgehältern sowie 75.000 Dollar für immaterielle Schäden zusammen.
In der Klageschrift wird argumentiert, dass Côtés Einfluss mit der Gründung von Vantage Studios erheblich geschwächt worden sei. Zuvor habe er seine Anweisungen direkt von der Konzernspitze erhalten. Diese Veränderung der Arbeitsbedingungen sei aus seiner Sicht nicht akzeptabel gewesen.
Vorwurf der konstruktiven Kündigung
Côté bewertet die Situation als konstruktive Kündigung. Dabei handelt es sich um einen rechtlichen Begriff, der greift, wenn ein Arbeitsverhältnis formal durch Kündigung des Arbeitnehmers endet, faktisch jedoch durch eine unzumutbare Veränderung der Arbeitsbedingungen erzwungen wurde.
Diese Darstellung deckt sich mit früheren öffentlichen Aussagen. Bereits im Oktober erklärte Côté, er habe seinen Posten nicht freiwillig verlassen, sondern sei gebeten worden, zur Seite zu treten.
Langjährige Tätigkeit bei Ubisoft
Marc-Alexis Côté arbeitete seit 2010 an der Assassin’s-Creed-Reihe. Sein Einstieg erfolgte während der Entwicklung von Assassin’s Creed: Brotherhood. Ubisoft hat sich zu der Klage bislang nicht öffentlich geäußert.
FAQ
Marc-Alexis Côté, ehemaliger Leiter der Assassin’s-Creed-Reihe.
Gegen Ubisoft.
Rund 1,3 Millionen kanadische Dollar, umgerechnet knapp eine Million US-Dollar.
Beim Superior Court of Quebec.
Er spricht von konstruktiver Kündigung durch veränderte Arbeitsbedingungen.
Eine Position als Head of Production bei Vantage Studios.
Sie hatte laut Côté weniger Verantwortung und Einfluss als seine frühere Position.
Seit 2010.
Veröffentlicht: 18. Januar 2026 22:14 Uhr