Es gibt Namen, die in der RPG-Szene sofort einen gewissen Vibe auslösen – und Tim Cain gehört definitiv dazu. Der Producer und Programming Lead hinter dem originalen Fallout ist nach fünf Jahren Pause zu Obsidian zurückgekehrt, und diesmal nicht als externer Berater, sondern als vollwertiger Mitarbeiter vor Ort. Für viele Fans fühlt sich das ein bisschen an, als würde jemand ein lange verschlossenes Vault aufschließen.
- Ein vertrautes Studio und ein komplett unbekanntes Projekt
- Zwischen geschippten Spielen, gecancelten Träumen und einer seltsamen Ära
- Ein alter Name, der immer noch für Überraschungen gut ist
Ein vertrautes Studio und ein komplett unbekanntes Projekt
Cain hat die Rückkehr selbst auf YouTube verkündet, entspannt, fast beiläufig – und trotzdem mit diesem Unterton, der sofort klarmacht, wie groß das Ganze eigentlich ist. Er war bereits zwischen 2011 und 2020 bei Obsidian, co-direktierte The Outer Worlds und blieb danach zwar in Vertragsarbeit verbunden, driftete aber Richtung Semi-Retirement. Jetzt ist er wieder voll dabei. Und er sagt sehr direkt: Das neue Projekt liegt unter einer so dichten NDA, dass Raten zwecklos ist.
„Don’t bother guessing“, sagt er. Und man spürt, wie sehr er sich freut, endlich wieder tief in etwas einzutauchen, das er aber nicht mal ansatzweise umschreiben darf. Gerade das macht die Sache spannend – Cain ist kein Typ für Marketing-Spins, wenn er sagt, dass niemand darauf kommen wird, klingt das eher nach einem echten Richtungswechsel als nach einer Verlegenheitsfloskel.
Zwischen geschippten Spielen, gecancelten Träumen und einer seltsamen Ära
Cain erzählt auch, wie chaotisch sich die Jahre zwischen 2020 und heute angefühlt haben. Projekte, die starteten und nie ankamen, Konzepte, die irgendwo im Niemandsland zwischen Pandemie, Publisher-Wechseln und Marktunsicherheiten verschwanden. Ein paar Spiele, an denen er beteiligt war, schaffen es noch ans Licht, andere werden in den Archiven verschwinden.
Seine Rückkehr zu Obsidian wirkt in diesem Kontext fast wie ein Ankerpunkt – ein klarer Schritt raus aus dem „semi“ und wieder hinein in echte Verantwortung. Dass er jetzt vor Ort im Studio arbeitet, nicht remote, unterstreicht nur, wie ernst es ihm ist.
Ein alter Name, der immer noch für Überraschungen gut ist
Obsidian hat über die Jahrzehnte eine besondere Beziehung zu Entwicklerlegenden gepflegt, und Cain passt perfekt in diese DNA: Systeme denken, Welten bauen, Geschichten erden, die nicht nach Schema F funktionieren. Wenn er sagt, dass niemand erraten wird, woran er arbeitet, dann ist das weniger ein Geheimniskrieg und mehr ein Versprechen.
Für Fans von Fallout, The Outer Worlds oder allgemein gut gemachten RPGs fühlt sich das gerade wie der Anfang von etwas an, das wieder richtig Substanz haben könnte. Und wie Cain selbst sagt: Retired ist er jetzt wohl nicht mehr.
Veröffentlicht: 13. Dezember 2025 00:57 Uhr