Am 21. Januar 2026 veröffentlichte der Publisher Ubisoft eine Pressemitteilung, in der die Franzosen ein Model von fünf Kreativ-Abteilungen mit verschiedenen Schwerpunkten vorstellen.
- Weg vom Studio und hin zur Marke
- Die klare Hierarchie der Marken
- Frisches vom Feed
- Genre-Spezialisierung statt interner Konkurrenz
- Verantwortung mit Konsequenzen
- Was offen bleibt
- Ordnung statt Aufbruch
Ubisoft benennt seine neue Struktur nicht zufällig “Creative Houses”. Der Begriff soll Nähe zu Kreativität signalisieren, ist aber vor allem ein Macht und Verantwortungsversprechen. Künftig entscheidet nicht mehr das einzelne Studio oder ein zentrales Publishing Board über Richtung und Priorität eines Spiels, sondern eine genre-basierte Einheit mit klarer Ergebnisverantwortung.
Weg vom Studio und hin zur Marke
Mit den Creative Houses verabschiedet sich Ubisoft sichtbar vom klassischen Studio-Modell. Studios bleiben als Produktionsstandorte erhalten, verlieren aber ihre strategische Rolle. Entscheidend ist nicht mehr, wo ein Spiel entsteht, sondern zu welchem Genre und welcher Marke es gehört.
Jedes Creative House vereint Entwicklung, Publishing, Marketing und Markenführung. Damit liegen kreative Entscheidungen und wirtschaftliche Verantwortung erstmals in einer Hand. Ubisoft verspricht sich davon schnellere Abläufe, weniger Reibung zwischen Teams und klare Prioritäten.
Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das vor allem eines. Marken werden konsistenter geführt, aber auch stärker kontrolliert. Experimente innerhalb einer Marke müssen sich künftig nicht nur kreativ, sondern auch finanziell rechtfertigen.
Die klare Hierarchie der Marken
Besonders deutlich wird das beim ersten Creative House. Unter Vantage Studio werden Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six vereint und sind explizit als jährliche Milliarden-Marken definiert. Das ist keine kreative Vision, sondern eine wirtschaftliche Zielsetzung. Diese Marken haben Priorität bei Budget, Personal und Technologie.
Andere Creative Houses arbeiten mit deutlich engerem Rahmen. Das Live Service House verantwortet Titel, die langfristig betrieben werden, aber nicht zwingend wachsen müssen. Das Fantasy und Narrative House bündelt traditionsreiche Marken, deren Zukunft seit Jahren offen ist. Casual und Mobile werden separat behandelt, klar abgegrenzt vom AAA Kerngeschäft.
Diese Aufteilung macht transparent, welche Marken wachsen sollen und welche verwaltet werden.
Frisches vom Feed
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Genre-Spezialisierung statt interner Konkurrenz
Ubisoft argumentiert, dass die Creative Houses tiefere Genre-Kompetenz ermöglichen. Shooter-Teams konkurrieren nicht mehr mit Open World Projekten um Aufmerksamkeit. Narrative Spiele stehen nicht mehr im Schatten von Live Services.
Das kann Qualität fördern, birgt aber ein Risiko. Wenn Genres intern abgeschottet werden, entstehen weniger Querverbindungen. Neue Ideen müssen sich innerhalb eines klar definierten Rahmens bewegen. Genre Brüche oder hybride Konzepte werden strukturell schwieriger.
Verantwortung mit Konsequenzen
Neu ist auch die finanzielle Verantwortung. Jedes Creative House trägt sein eigenes Ergebnis. Erfolge und Misserfolge lassen sich damit klar zuordnen. Für die Community bedeutet das mehr Transparenz, aber auch härtere Entscheidungen. Wenn eine Marke nicht liefert, trifft es nicht mehr ein diffuses Netzwerk, sondern eine klar benannte Einheit.
Ubisoft spricht offen davon, Projekte zu stoppen, die Qualitäts oder Prioritätskriterien nicht erfüllen. Die Creative Houses sind damit nicht Schutzräume, sondern Filter.
Was offen bleibt
Unklar ist, wie viel kreative Freiheit innerhalb der Häuser tatsächlich existiert. Ebenso offen bleibt, wie neue IPs künftig entstehen sollen, wenn das System primär auf etablierte Genres und Marken ausgelegt ist. Vier neue IPs inkl. March of Giants sind angekündigt, ihre Einordnung steht aber noch aus.
Ordnung statt Aufbruch
Die Creative Houses sind kein kreativer Neuanfang, sondern ein Ordnungsinstrument. Ubisoft versucht, Komplexität zu reduzieren und Verantwortung zu erzwingen. Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das eine klare Markenführung, besser planbare Releases und weniger Überraschungen.
Ob daraus bessere Spiele entstehen? Das wird sich in den Köpfen der Gaming-Fans entscheiden.



Veröffentlicht: 22. Januar 2026 13:20 Uhr