GameStop ist in Deutschland bereits Geschichte. Keine Filialen, kein Online-Geschäft, kein Rückzugsgefecht. Der Markt wurde abgewickelt und verlassen. Was hierzulande Anfang 2025 abgeschlossen war, wird nun in den USA im großen Stil fortgesetzt.
- Deutschland als abgeschlossener Fall
- Der große Schnitt in den USA
- Frisches vom Feed
- Ein Geschäftsmodell im Rückzug
- Der CEO-Bonus als Gegenpol
- Handel runter, Börse rauf
Deutschland als abgeschlossener Fall
Zum 31. Januar 2025 schloss GameStop alle noch bestehenden rund 70 Filialen in Deutschland. Damit endete die Präsenz eines Händlers, der über Jahre zum festen Bestandteil des stationären Spielehandels gehörte. Der Schritt war vorbereitet. In den Berichten des Vorjahres kündigte der Konzern an, das Deutschland-Geschäft vollständig abzuwickeln.
Seitdem spielt der deutsche Markt für GameStop keine Rolle mehr. Es gibt keine Läden und keine aktiven Online Angebote. Deutschland fungiert rückblickend als frühes Beispiel für einen Kurs, der inzwischen global greift.
Der große Schnitt in den USA
In den Vereinigten Staaten steht GameStop nun vor dem nächsten Einschnitt. Mehr als 400 Filialen sollen geschlossen werden. Das entspricht etwa 25 Prozent des gesamten US Filialnetzes. Für das Unternehmen ist das der größte Abbau dieser Art in einem vergleichbaren Zeitraum.
Die Schließungen sind nicht als Einzelfall oder regionale Bereinigung angelegt. GameStop reduziert flächendeckend. Der stationäre Handel verliert weiter an Bedeutung, selbst im Heimatmarkt des Konzerns.
Frisches vom Feed
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Ein Geschäftsmodell im Rückzug
GameStop verfügt über hohe Barreserven, investiert aber nicht in den Ausbau des Filialgeschäfts. Stattdessen wird die Fläche abgebaut und die Kosten werden gesenkt. Der klassische Verkauf von Spielen und Konsolen bildet nicht mehr den Kern der Strategie.
Der Rückzug aus Deutschland, Irland und weiteren Märkten passt in dieses Bild. Die USA waren lange die letzte Bastion des stationären Modells. Diese Bastion wird nun sichtbar verkleinert.
Der CEO-Bonus als Gegenpol
Parallel zu den Filialschließungen sorgt das Vergütungsmodell von CEO Ryan Cohen für Aufmerksamkeit. Cohen erhält kein Gehalt. Seine Vergütung besteht aus Aktienoptionen, die nur dann einen hohen Wert erreichen, wenn der Börsenwert von GameStop massiv steigt.
Die Zielmarke liegt bei 100 Milliarden US Dollar Marktkapitalisierung. Sollte sie erreicht werden, könnten Cohens Optionen einen Wert von bis zu 35 Milliarden US Dollar annehmen. Das Modell koppelt die Unternehmensführung vollständig an den Aktienkurs, nicht an operative Kennzahlen wie Filialzahl oder Beschäftigung. Erreicht er die Zielmarke nicht, gibt es auch keine Vergütung.
Handel runter, Börse rauf
Der Umbau zeigt eine klare Priorität. GameStop zieht sich aus dem physischen Handel zurück und setzt auf eine Bewertung am Kapitalmarkt. Für Deutschland ist dieser Prozess abgeschlossen. In den USA läuft er jetzt sichtbar an.
Ob diese Rechnung aufgeht, bleibt offen. Sicher ist nur, dass der Weg, den GameStop hierzulande bereits gegangen ist, nun im Kernmarkt umgesetzt wird. Weniger Läden, weniger Präsenz, mehr Abhängigkeit vom Aktienkurs und weniger Moral.
Die Community wird das Unternehmen Gamestop nicht vermissen, aber die nostalgischen Erinnerungen und Memes, die sie mit den Geschäften verbinden, schon.



Veröffentlicht: 13. Januar 2026 17:01 Uhr