Der Konflikt rund um die Entlassungen bei Rockstar Games spitzt sich weiter zu. Die Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB) hat in einer neuen Stellungnahme scharfe Kritik an den jüngsten Aussagen des Studios geübt und wirft Rockstar vor, die Öffentlichkeit mit „Falschaussagen und Desinformation“ zu konfrontieren.
- Widersprüchliche Begründungen im Fokus
- Politischer Druck wächst
- „Globale Aufmerksamkeit auf Rockstar“
Konkret geht es um die Entlassung von 34 Mitarbeitenden, die Rockstar zuletzt damit begründet hatte, vertrauliche Informationen zu kommenden und noch nicht angekündigten Spielen in einem öffentlichen Forum geteilt zu haben. Diese Darstellung weist die Gewerkschaft entschieden zurück.
Widersprüchliche Begründungen im Fokus
In einer Erklärung gegenüber IGN hatte Rockstar am 11. Dezember erklärt, die entlassenen Beschäftigten hätten „vertrauliche Informationen, einschließlich konkreter Spielelemente aus zukünftigen, unangekündigten Titeln, öffentlich verbreitet und diskutiert“ und damit gegen Unternehmensrichtlinien sowie rechtliche Verpflichtungen verstoßen. Zudem wies das Studio den Vorwurf zurück, die Kündigungen stünden in Zusammenhang mit gewerkschaftlicher Organisation.
Die IWGB sieht das anders. In ihrer Antwort heißt es, Rockstar habe im Laufe der vergangenen Wochen mehrfach unterschiedliche Gründe für die Entlassungen genannt. Das wirke, als versuche das Unternehmen im Nachhinein eine Rechtfertigung zu konstruieren. Erneut würden Gespräche über Arbeitsbedingungen in einem internen, nicht öffentlichen Rahmen fälschlich als „Leak“ dargestellt.
Bereits zuvor hatte ein Bericht von People Make Games nahegelegt, dass die Diskussionen der Beschäftigten sich auf Änderungen der internen Slack-Kommunikationsrichtlinien bezogen hätten. Diese Darstellung steht im klaren Widerspruch zu Rockstars öffentlicher Version der Ereignisse.
Politischer Druck wächst
Die Reaktion der Gewerkschaft erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender politischer Aufmerksamkeit. Erst kürzlich hatte der britische Premierminister Keir Starmer die Entlassungen als „zutiefst besorgniserregend“ bezeichnet. Er kündigte an, dass zuständige Minister den Fall prüfen würden, nachdem der schottische Labour-Abgeordnete Chris Murray Zweifel geäußert hatte, ob Rockstar britisches Arbeitsrecht einhalte, und von möglichen Union-Busting-Praktiken sprach.
Für die IWGB ist Rockstars jüngste Stellungnahme daher kein isolierter Schritt, sondern Teil einer größeren Abwehrstrategie. Man sehe darin den Versuch, von der internationalen Aufmerksamkeit abzulenken, die das Studio inzwischen auf sich gezogen habe.
„Globale Aufmerksamkeit auf Rockstar“
In besonders deutlichen Worten spricht die Gewerkschaft davon, dass Rockstar unter weltweiter Beobachtung stehe – von politischen Entscheidungsträgern bis hin zu Entwickler:innen in der internationalen Games-Branche. Die Entlassungen bezeichnet die IWGB als „gesetzlosen Angriff auf die Menschen, die dem Unternehmen seine Milliarden erwirtschaften“.
Der Fall dürfte damit noch längst nicht abgeschlossen sein. Während staatliche Stellen prüfen und der öffentliche Druck weiter wächst, bleibt die zentrale Frage bestehen, ob es sich bei den Kündigungen um legitime arbeitsrechtliche Maßnahmen oder um eine gezielte Reaktion auf gewerkschaftliche Organisierung handelt.
Veröffentlicht: 25. Dezember 2025 00:19 Uhr