Die Veröffentlichung von Horses fühlt sich inzwischen ein bisschen an wie ein eigenes kleines Horror-Kapitel: erst der harte Bann bei Steam, dann die Last-Minute-Absage von Epic, und nun eine spontane De- und Relistung auf dem Humble Store. Immerhin: Dieser jüngste Zwischenfall hat sich geklärt – und Horses ist wieder da.
- Ein kurzes Verschwinden und eine schnelle Rückkehr
- Steam und Epic bleiben hart – und vage
- Wo Horses aktuell spielbar ist
Ein kurzes Verschwinden und eine schnelle Rückkehr
Am 3. Dezember verschwand Horses plötzlich von der Humble-Store-Seite, und das ausgerechnet nur einen Tag nach Release. Für ein Indie-Studio, das ohnehin schon mit zwei großen Plattformen im Clinch liegt, war das der nächste Schlag ins Kontor. Doch diesmal ging alles vergleichsweise glimpflich aus: Humble hat das Spiel nach einer erneuten Prüfung wieder freigeschaltet.
Die Begründung klingt fast nüchtern – der Store habe die Presseberichte gesehen, den Titel kurzzeitig offline genommen, intern geprüft und festgestellt, dass die Inhalte zwar schwer verdaulich, aber nicht regelwidrig seien. Santa Ragione zeigte sich erleichtert, auch wenn man sich eine heads-up während des Review-Prozesses gewünscht hätte.
Steam und Epic bleiben hart – und vage
Was die Situation weiterhin so zermürbend macht: Santa Ragione wartet immer noch auf klare Ansagen von Steam und Epic. Beide Plattformen lehnen Horses ab und verweisen auf „content violations“, ohne konkret zu werden. Das Studio betont, dass alle sexuellen Szenen vollständig zensiert sind, zwei davon größtenteils off-camera stattfinden und der gesamte Horror – inklusive der ikonischen Mensch-Pferd-Gestalten – als Kritik an Machtmissbrauch gedacht ist.
Santa Ragione wäre bereit, Inhalte anzupassen, wenn Problemstellen benannt würden. Nur: Es kam bislang keine einzige präzise Rückmeldung. Genau diese Unschärfe frustriert das Studio am stärksten.
Wo Horses aktuell spielbar ist
Trotz der turbulenten Woche bleibt Horses auf Itch.io, GOG und nun wieder Humble erhältlich. Vor allem GOG stellte sich demonstrativ hinter das Projekt – mit der klaren Botschaft, dass Spieler*innen selbst entscheiden sollten, welche Erfahrungen sie wählen.
In einer Release-Woche, die eigentlich von surrealem Horror handeln sollte, erweist sich am Ende die Plattformpolitik als das unberechenbarste Monster.
Veröffentlicht: 10. Dezember 2025 01:43 Uhr