Hytale
via store.hytale.com

Hytale startet im Early Access – und explodiert sofort

Es hat fast ein Jahrzehnt gedauert, inklusive Entwicklungschaos, Abbruch, Wiederbelebung und dieser langen Phase, in der niemand so richtig wusste, ob Hytale jemals wirklich erscheint. Jetzt ist es passiert. Hytale ist im Early Access gestartet – und fühlt sich direkt wie einer dieser Releases an, bei denen man zuschaut und merkt: Das hier hat sich jahrelang aufgestaut.

Inhaltsverzeichnis
  1. Jahre der Erwartung entladen sich auf einmal
  2. Server unter Druck, Stimmung trotzdem positiv
  3. Ein Anfang, kein Ziel

Schon kurz nach dem Launch war Hytale mit großem Abstand das meistgesehene Spiel auf Twitch. Über 420.000 Zuschauer:innen verteilten sich auf tausende Streams, während Spieler:innen ihre ersten Schritte in der Welt von Hytale gemacht haben. Wer reingeschaut hat, konnte schnell ein Muster erkennen: sehr viele neue Hütten, sehr wenig Sicherheit und auffallend viele Bären, die keinerlei Respekt vor Early-Access-Spieler:innen zeigen. Das Spiel meint es nicht sanft. Und ja, das gehört offenbar genauso dazu.

Jahre der Erwartung entladen sich auf einmal

Der Hype rund um Hytale ist nichts Neues. Der erste Trailer aus dem Jahr 2018 wurde inzwischen über 60 Millionen Mal angesehen – eine absurde Zahl für ein Spiel, das so lange nicht greifbar war. Diese Sehnsucht nach einem neuen Block-Spiel, nach einem Minecraft-artigen Sandbox-Erlebnis mit RPG-Struktur, war nie wirklich weg. Sie hat nur gewartet.

Und jetzt scheint sie sich auszuzahlen. Noch vor dem Early-Access-Start hatte Entwickler Hypixel Studios bestätigt, dass Vorbestellungen bereits die nächsten zwei Jahre der Entwicklung finanzieren. Ein starkes Signal, gerade für ein Projekt, das lange als Sorgenkind galt. Konkrete Spielerzahlen gibt es zwar noch nicht, aber Hypixel-Gründer Simon Collins-Laflamme hatte intern mit über einer Million Spieler:innen am ersten Tag gerechnet – und alles deutet darauf hin, dass diese Marke zumindest nicht völlig unrealistisch war.

Server unter Druck, Stimmung trotzdem positiv

Wie so oft bei großen Early-Access-Starts lief nicht alles reibungslos. Hypixel sammelt derzeit aktiv Feedback, während erste Hotfixes vorbereitet werden. Crashes, Bugs und kleinere technische Ausfälle gehören aktuell genauso zum Bild wie Streams voller Entdeckerfreude.

Auffällig ist auch, dass viele Spieler:innen noch auf ihre Verifizierungs-Mails warten. Ein klassisches Infrastrukturproblem, ausgelöst durch schiere Nachfrage. Nach all den Jahren, in denen Hytale eher wie ein Mythos wirkte als wie ein echtes Spiel, dürfte das ein Problem sein, das man im Studio mit einem müden Lächeln hinnimmt.

Ein Anfang, kein Ziel

Hytale fühlt sich im Moment nicht wie ein fertiges Produkt an – und will es auch gar nicht sein. Es ist der Startpunkt eines Projekts, das sich gemeinsam mit seiner Community weiterentwickeln soll. Dass dieser Start so laut, so chaotisch und so aufmerksamkeitsstark ausfällt, sagt viel darüber aus, wie sehr dieses Spiel gefehlt hat.

Und wenn der Preis dafür ein paar zerlegte Startbasen und aggressive Bären sind, scheint die Community bereit, das in Kauf zu nehmen.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️