Börse als Powerfantasie? Nicht ganz. Insider Trading, das neue Stock-Market-Roguelike von Naiive Studio, dreht den Spieß um und macht genau das, was man aus der echten Finanzwelt kennt, zum zentralen Spielgefühl: Momentum fühlt sich gut an, bis es plötzlich alles zerstört. Der PC-Release auf Steam ist für den 18. Februar angesetzt.
- Wenn Erfolg selbst gefährlich wird
- Deckbuilding zwischen Synergie und Selbstsabotage
- Ein Roguelike mit ungewöhnlicher Fantasie
Insider Trading ist ein Deckbuilder, in dem nicht Monster, Bosse oder Zeitlimits den Takt vorgeben, sondern der Markt selbst. Jede Karte, jede Entscheidung, jede kleine Optimierung wirkt sich direkt auf einen gemeinsamen Aktienkurs aus, der den gesamten Run definiert. Steigende Preise eröffnen neue Möglichkeiten, schalten stärkere Effekte frei – und machen gleichzeitig alles instabiler. Erfolg ist kein sicherer Zustand, sondern ein Risiko.
Wenn Erfolg selbst gefährlich wird
Im Kern setzt Insider Trading auf bekannte Roguelike-Strukturen, verschiebt den Fokus aber konsequent weg vom reinen Build-Optimieren hin zu Timing und Selbstkontrolle. Charaktere bringen eigene Startdecks und Mechaniken mit, die bestimmen, wie aggressiv, kontrolliert oder chaotisch sich ein Run anfühlt. Karten erzeugen Preisschwankungen, verstärken Trends oder treiben die Volatilität hoch – oft schneller, als einem lieb ist.
Der entscheidende Kniff: Ein steigender Kurs ist nicht automatisch gut. Wer zu lange pusht, zu gierig wird oder Synergien blind ausreizt, sorgt selbst für den späteren Absturz. Viele Runs enden nicht, weil das Spiel unfair war, sondern weil man den Punkt verpasst hat, an dem Aufhören die bessere Entscheidung gewesen wäre.
Deckbuilding zwischen Synergie und Selbstsabotage
Über hundert Karten, zahlreiche Perks – darunter bewusst riskante, verfluchte Varianten – und mehrere Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass sich Runs spürbar voneinander unterscheiden. Kombos entstehen nicht nur durch Karteneffekte, sondern durch Reihenfolge, Tempo und die Bereitschaft, auch mal bewusst nicht zu spielen, obwohl es möglich wäre.
Entwickler Naiive beschreibt den Ansatz entsprechend klar: Der Markt ist der eigentliche Gegner. Feedback aus der Demo-Phase habe maßgeblich beeinflusst, wie hart, aber auch wie lesbar sich die Systeme im finalen Spiel anfühlen. Insider Trading will nicht bestrafen, sondern spiegeln – und genau deshalb trifft jeder Crash ein bisschen mehr.
Ein Roguelike mit ungewöhnlicher Fantasie
Thematisch hebt sich Insider Trading bewusst von Genre-Kollegen ab. Keine Heldenreise, keine düstere Fantasy, kein Sci-Fi-Techno-Bombast. Stattdessen Zahlen, Kurven, Momentum – abstrahiert, aber emotional erstaunlich greifbar. Das Spiel erscheint zum Launch direkt in zehn Sprachen und richtet sich gleichermaßen an entspannte Tüftler wie an Spieler:innen, die das System bis an seine Bruchkante treiben wollen.
Insider Trading ist kein Spiel über Gewinnen. Es ist ein Spiel darüber, zu erkennen, wann man eigentlich schon verloren hat – und warum es sich trotzdem so gut angefühlt hat, weiterzumachen.
Veröffentlicht: 21. Januar 2026 03:55 Uhr