Jagex
via Jagex.com

Jagex schließt generative KI aus RuneScape aus

Generative KI ist gerade überall Thema, aber Jagex will davon in seinen Spielen bewusst Abstand halten. Das britische Studio hat klargestellt, dass weder RuneScape noch Old School RuneScape künftig KI-generierte Inhalte bekommen werden. Keine Assets, keine Texte, keine Sounds, nichts, womit Spielerinnen und Spieler direkt interagieren.

Inhaltsverzeichnis
  1. Effizienz ja, Kreativität nein
  2. Auch Partner stehen unter Beobachtung
  3. Ein bewusstes Signal zum richtigen Zeitpunkt

Die Aussage kommt aus einem Interview mit GamesIndustry.biz und ist bemerkenswert eindeutig – gerade in einer Phase, in der viele Studios noch herumlavieren oder bewusst vage bleiben.

Effizienz ja, Kreativität nein

James Dobrowski, Senior Vice President of Product bei Jagex, macht im Gespräch klar, wo für das Studio die Grenze verläuft. KI darf intern genutzt werden, etwa um Tools effizienter zu machen oder Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Alles, was Spieler später sehen, hören oder erleben, soll aber weiterhin von Menschen stammen.

Es geht Jagex dabei nicht um ein pauschales „KI ist böse“, sondern um Kontrolle. Dobrowski betont, dass das Studio sicherstellen will, dass KI nicht auf eine Art eingesetzt wird, die kreativ prägend wirkt oder Inhalte ersetzt, die traditionell von Entwicklerteams geschaffen werden. KI soll helfen, nicht gestalten.

Auch Partner stehen unter Beobachtung

Die Linie gilt nicht nur intern. Jagex prüft nach eigenen Angaben auch externe Partner, um sicherzugehen, dass keine generative KI in Bereichen eingesetzt wird, die am Ende im Spiel landen könnten. Das ist ein wichtiger Punkt, denn gerade Outsourcing und Asset-Produktion sind Felder, in denen KI aktuell gern „unauffällig“ Einzug hält.

Damit positioniert sich Jagex deutlich als Studio, das Kreativität, Stil und Handschrift seiner Spiele schützen will – selbst wenn das bedeutet, auf potenzielle Zeit- oder Kostenvorteile zu verzichten.

Ein bewusstes Signal zum richtigen Zeitpunkt

Die Aussagen kommen in einer Phase, in der RuneScape gerade sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert hat und mit umfangreichen Roadmaps in die Zukunft blickt. Gleichzeitig sorgt die Branche weiter für Diskussionen rund um KI, Urheberrechte und kreative Arbeit – zuletzt auch durch ein britisches Gerichtsurteil, das RuneScape-Gold als Eigentum anerkannt hat.

Jagex setzt damit ein klares Zeichen: Die Welt von Gielinor soll sich weiterentwickeln, aber nicht auf Kosten der menschlichen Kreativität. In einer Industrie, die sich oft von Trends treiben lässt, ist das eine überraschend klare Haltung.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️