Katsuhiro Harada
Katsuhiro Harada via X

Katsuhiro Harada verlässt Bandai Namco nach 30 Jahren

Manchmal merkt man, dass ein Kapitel sich leise selbst rund macht. Bei Katsuhiro Harada wirkt es genau so. Drei Jahrzehnte Tekken, von den ersten Arcade-Automaten bis zu Tekken 8, und nun zieht er einen Schlussstrich, der sich weniger nach Bruch anfühlt und mehr nach einem Moment, der sich lange angebahnt hat.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Schritt, der schon im Hintergrund begonnen hat
  2. Tekken bleibt – nur die Perspektive verschiebt sich
  3. Und jetzt?

Ein Schritt, der schon im Hintergrund begonnen hat

Harada schreibt selbst, dass die letzten Jahre ihn ins Nachdenken gebracht haben. Private Verluste, Kolleginnen und Kollegen, die in Rente gingen oder die Branche verlassen haben – Dinge, die einen dazu bringen, den eigenen Zeitrahmen neu einzuschätzen. Dass er gerade jetzt geht, während Tekken sein 30. Jubiläum feiert, passt fast zu gut, als würde die Serie selbst ihm ein Zeichen geben.

Was man schnell übersieht: Er hat diesen Übergang längst vorbereitet. Vier, fünf Jahre lang hat er Verantwortung, Weltenbau und laufende Themen an das Team übergeben. Kein Abtauchen, kein Überraschungscut. Eher dieses Gefühl, dass jemand langsam zur Seite tritt, ohne dass das Projekt ins Wanken gerät.

Tekken bleibt – nur die Perspektive verschiebt sich

Bandai Namco betont, dass Tekken 8 und alles, was danach kommt, weiterläuft. Die Pläne stehen, das Team ist eingespielt, und Haradas Handschrift ist ohnehin überall im Fundament der Serie. Sein Weggang fühlt sich dadurch weniger wie ein Verlust an, sondern wie das Ende eines Kapitels, das er selbst bewusst geschlossen hat.

Und jetzt?

Harada macht kein Geheimnis daraus, dass das hier kein Ruhestand ist. Er sagt offen, dass mehr kommt, und man spürt zwischen den Zeilen, dass er Lust auf etwas anderes hat – vielleicht kleiner, vielleicht persönlicher, vielleicht komplett überraschend.

Vorher wird er noch bei den Tekken World Tour Finals auftauchen, diesmal nicht als die konstante Instanz hinter den Kulissen, sondern als Gast, der miterlebt, wie etwas weiterläuft, das er aufgebaut hat.

Es ist ein ruhiger, klarer Abschied – einer, der eher Raum öffnet, als ihn schließt. Tekken dreht weiter seine Runden, und Harada macht Platz für das nächste Ding, das ihn wieder genau so packt wie damals die ersten Pixel in 1994.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️