Spieler entdeckten in Call of Duty: Black Ops 7 auffällig Studio‑Ghibli‑artige Sammelkarten, die wie generierte KI‑Bilder wirken. Der demokratische US‑Abgeordnete Ro Khanna reagierte am 15. November 2025 mit Forderungen nach strengeren Regeln für den Einsatz von generativer KI.
- AI‑Karten lösen Shitstorm aus
- Politik fordert Schutz für Kreative
- Was Activision dazu sagt
- Und was denken die Fans?
Er will gesetzliche „Schutzgeländer“, eine Steuer auf Massenverdrängung und Beteiligungsrechte für Künstler. Das sorgt für hitzige Diskussionen zwischen Gamern, Politik und dem Entwickler Activision Blizzard – und könnte den Umgang mit KI in der gesamten Branche verändern.
AI‑Karten lösen Shitstorm aus
Black Ops 7 ist seit Mitte November erhältlich und sorgte sofort für Schlagzeilen. Fans teilten auf sozialen Plattformen Bilder von Sammelkarten, deren Stil stark an die Werke des japanischen Studios Ghibli erinnert. Viele vermuten, dass sie mit generativer KI erzeugt wurden; entsprechende Hashtags trendeten bereits zuvor.
Activision hat auf seiner Steam‑Seite offengelegt, dass es „generative KI Tools zur Unterstützung bei der Erstellung mancher In‑Game‑Assets“ nutzt. Der Publisher bekräftigte gegenüber mehreren Medien, der kreative Prozess bleibe „von den talentierten Menschen in unseren Studios“ geführt.
Das beruhigte die Community kaum: Black Ops 7 erhielt bis zu diesem Zeitpunkt nur etwa 42 Prozent positive Rezensionen auf Steam, und die Nutzerwertung auf Metacritic ist die niedrigste der gesamten Reihe.
Auf einen Blick
- Veröffentlichung von Black Ops 7: Mitte November 2025
- Sammelkarten im Spiel zeigen auffällig KI‑ähnliche Bilder
- Ro Khanna fordert Regulierung, Mitbestimmung für Künstler und eine Steuer auf Massenverdrängung
- Activision bestätigt die Nutzung generativer KI als Unterstützungswerkzeug
- Black Ops 7 hat mit 42 % positiven Steam‑Bewertungen einen Serienminusrekord
Politik fordert Schutz für Kreative
Ro Khanna sieht in der Debatte einen Präzedenzfall für die gesamte Kreativbranche. In einem öffentlichen Beitrag erklärte er, Regulierungen müssten verhindern, dass Unternehmen KI einsetzten, um Jobs zu streichen und Profite zu steigern. Kunstschaffende sollten mitbestimmen, wie KI eingesetzt werde, und an den Erlösen beteiligt werden.
Khanna schlägt außerdem eine Steuer auf „Massenverdrängung“ vor – also auf Fälle, in denen viele Arbeitsplätze durch Automatisierung verschwinden. Gleichzeitig betonte er, er sei kein Gegner der Technologie, sondern wolle sinnvolle Leitplanken.In einem älteren Interview lobte er etwa Anwendungen, die es Politikern erlauben, Reden in mehrere Dialekte zu übersetzen.
Seine Forderungen zeigen, wie politisiert das Thema KI‑Kunst inzwischen ist.
Was Activision dazu sagt
Activision erklärte, man verwende viele digitale Werkzeuge, darunter KI, um die eigenen Teams zu „unterstützen und zu stärken“. Das kreative Herzstück bleibe menschlich, und die KI helfe nur bei der Ausarbeitung von Rohmaterial – beispielsweise für Embleme oder Hintergründe. Konkrete Beispiele nennt der Publisher nicht.
Treyarchs Associate Creative Director Miles Leslie betonte bereits vor dem Launch, man nutze KI‑Tools nur als Hilfsmittel und nicht als Ersatz für Künstler. Trotzdem schwelt das Misstrauen: Fans erinnern sich an frühere Fälle wie ein Weihnachts‑Artwork mit sechs Fingern in Black Ops 6.
Die Debatte verweist auf eine generelle Unsicherheit darüber, wie viel „KI‑Fleisch am Knochen“ noch zu viel ist.
Und was denken die Fans?
Die heftigen Reaktionen zeigen, wie sensibel die Spielecommunity auf KI‑Kunst reagiert. Für manche ist die Verwendung von KI ein kreativer Werkzeugsatz – für andere ein unverzeihlicher Verrat an Künstlern. In den sozialen Medien kursieren Memes, in denen die Ghibli‑Karten mit „KI‑Slop“ betitelt werden; einige fordern gar Boykotte.
Andere argumentieren, dass schon lange KI in Spielen zum Einsatz kommt, etwa zur Animation von NPC‑Verhalten oder zur Texturen‑Generierung. Die Diskussion berührt auch philosophische Fragen: Gehören Videospiel‑Assets zur Kunst? Kann eine Maschine kreativ sein? Der Kongressabgeordnete Khanna hat diese Debatte mit seinem Vorstoß aus der Nische in den politischen Raum geholt.
Ob seine Forderungen nach Steuern und Beteiligungsrechten umgesetzt werden, bleibt offen. Fest steht: Black Ops 7 hat unfreiwillig den Startschuss für eine grundlegende Diskussion über die Zukunft von Spielen gegeben – und über die Menschen, die sie gestalten.
Ein ironischer Nebeneffekt: Während Gamer erbost über Ghibli‑Karten mit sechs Fingern diskutieren, schießen sie gleichzeitig in einer futuristischen Kriegsvision aufeinander. Vielleicht ist die wahre Mission von Black Ops 7 gar nicht, Gegner zu besiegen, sondern eine Debatte anzustoßen. Und das hat das Spiel bereits geschafft.
Veröffentlicht: 21. November 2025 11:07 Uhr