Was GameFile aus den Gerichtsdokumenten rund um die gescheiterte Restored Content DLC für die Switch-Version von KOTOR ans Licht gezogen hat, geht weit über eine Mod-Debatte hinaus. Zum ersten Mal wird nachvollziehbar, was hinter den Kulissen wirklich geplant war. Und plötzlich steht da ein Name, der viele Fans sofort hellhörig macht. Juliet. Ein vollständiges Remake von Knights of the Old Republic II.
- Wie ein gescheitertes DLC ein viel größeres Projekt sichtbar macht
- Die Akten legen mehr offen als geplant
- Frisches vom Feed
- Was die Szene daraus mitnimmt
Wie ein gescheitertes DLC ein viel größeres Projekt sichtbar macht
Die Vorgeschichte beginnt im Jahr 2022, als Aspyr die Switch-Version von KOTOR II veröffentlichte. Im Trailer prangte ein kurzer Hinweis, der sofort einschlug. Bald soll ein offizielles Restored Content DLC erscheinen. Die Mod ist legendär und für viele seit Jahren die einzig richtige Art, das Spiel komplett zu erleben. Doch wer auf dem Switch eShop darauf wartete, wartete vergeblich.
Der Grund dafür wird in den internen Dokumenten deutlich. Aspyr wollte die Modder korrekt nennen und deren Arbeit transparent machen. Genau das führte zu einem juristischen Problem. Disney und Lucasfilm Legal wollten erst eine vollständige Klärung der Rechte. Wer hatte welchen Teil erstellt. Welche Inhalte sind von wem. Ohne lückenlose Nachweise sollte das DLC nicht erscheinen. Für Aspyr war das praktisch unmöglich zu lösen.
In den E-Mails sieht man, wie das Studio ständig nach neuen Wegen sucht. Kreditierungen werden angepasst. Inhalte werden geprüft. Alternativpläne entstehen und verschwinden wieder. Trotzdem bleibt der Vorgang blockiert. Im Juni 2023 folgt schließlich der öffentliche Rückzieher. Das DLC kommt nicht. Die Fans reagieren frustriert. Eine Klage lässt nicht lange auf sich warten.
Die Akten legen mehr offen als geplant
GameFile hat die Dokumente im Detail durchforstet. Und während man erwartet hätte, vor allem interne Fehleranalysen oder Kommunikationspannen zu finden, taucht etwas auf, das niemand auf dem Radar hatte. Project Juliet.
Douglas Reilly von Lucasfilm Games erklärt in seiner Aussage, dass Juliet als vollständiges Remake von KOTOR II geplant war. Moderne Präsentation. Modernes Gameplay. Die originale Story. Und Elemente aus der Restored Content Mod. Ein offizielles Remake, das genau das nachholen sollte, was seit 2004 immer im Raum stand. KOTOR II ist großartig, aber unvollständig. Juliet sollte diese Lücke schließen.
Reilly sagt außerdem, dass das Projekt weiterhin auf der Roadmap stand. Gleichzeitig bestätigt er, dass Aspyr nicht mehr an Juliet arbeitete. Die Entwicklung lag bei Mad Head Games unter Saber Interactive. Ob das Studio noch daran arbeitet, bleibt ungeklärt.
Frisches vom Feed
- PlayStation Portal OLED: Erfolg treibt offenbar neue Version an
- PS6 Release wackelt: Analyst sieht längere PS5 Ära
- Kingdom Come Deliverance erhält PS5 Label: Patch oder Remaster?
- EA FC 26 TOTW 20: Deutsche Ligen liefern, Stars fehlen
Was die Szene daraus mitnimmt
Die Dokumente zeigen, dass intern längst mehr über KOTOR II diskutiert wurde, als die Öffentlichkeit ahnte. Juliet existierte nicht nur als Idee, sondern als konkretes Projekt. Dass ausgerechnet eine Klage wegen eines gescheiterten DLC diesen Blick ermöglicht, passt zur komplizierten Geschichte dieses Spiels.
Für die Community bleibt nun die Frage, ob Juliet nun schläft oder vollständig beerdigt wurde. Offizielle Antworten gibt es keine. Aber die Akten beweisen, dass das Interesse an KOTOR II innerhalb von Lucasfilm größer war, als Fans lange vermutet haben.



Veröffentlicht: 9. Dezember 2025 13:39 Uhr