Ein Remake von Star Wars: Knights of the Old Republic II – The Sith Lords existierte nicht nur als Fan-Traum, sondern offenbar als konkretes Projekt hinter verschlossenen Türen. Das geht aus neuen Gerichtsunterlagen hervor, die im Rahmen eines laufenden Rechtsstreits rund um den Switch-Port des Klassikers öffentlich wurden. Und sie zeichnen das Bild eines Remakes, das weiter war, als viele vermutet hätten.
- Ein Gerichtsverfahren bringt alte Pläne ans Licht
- Codename „Juliet“ und ein modernes KOTOR II
- Nicht tot, aber weit nach hinten gerückt
- Ein weiteres Kapitel in der KOTOR-Geschichte
Ein Gerichtsverfahren bringt alte Pläne ans Licht
Die Informationen stammen aus einem Bericht von Game File, der sich auf Aussagen aus einer Klage gegen Aspyr stützt. Der Entwickler wurde verklagt, weil er für die Nintendo-Switch-Version von KOTOR II zusätzliche Inhalte angekündigt, aber nie geliefert hatte. Konkret ging es um das sogenannte Restored Content Mod, eine von der Community entwickelte Erweiterung, die zahlreiche geschnittene Inhalte des ursprünglich hastig veröffentlichten Spiels wiederherstellt.
Aspyr konnte das DLC letztlich nicht veröffentlichen. Laut den Unterlagen scheiterte das Vorhaben an rechtlichen Fragen mit Disney und Lucasfilm Games. Hierbei ging es insbesondere um Credits und Rechte an den wiederhergestellten Inhalten. Ein Spieler klagte daraufhin wegen irreführender Werbung – und genau in diesem Kontext tauchten plötzlich interne Aussagen auf, die deutlich weiter reichen.
Codename „Juliet“ und ein modernes KOTOR II
In einer Aussage aus März erklärte Douglas Reilly, Vice President bei Lucasfilm Games, dass Aspyr und Lucasfilm zeitweise an einem vollständigen Remake von KOTOR II gearbeitet hätten. Intern lief das Projekt unter dem Codenamen „Juliet“. Ziel sei es gewesen, das Spiel komplett neu aufzubauen – mit moderner Grafik, zeitgemäßem Gameplay und aktueller Technik, während Story, Figuren und Kernstruktur erhalten bleiben sollten.
Besonders bemerkenswert: Die Inhalte des Restored Content Mod sollten direkt Teil dieses Remakes werden. Was jahrelang Fan-Arbeit war, hätte offiziell in ein neu interpretiertes KOTOR II einfließen sollen.
Nicht tot, aber weit nach hinten gerückt
Ganz begraben scheint das Projekt nicht zu sein. Reilly sagte, „Juliet“ stehe technisch weiterhin auf der Roadmap. Der Fokus liege derzeit jedoch klar auf dem Remake von Knights of the Old Republic I. Dieses wird nicht mehr von Aspyr entwickelt, sondern von Mad Head Games, einem Studio unter dem Dach von Saber Interactive.
Wie weit das KOTOR-I-Remake aktuell ist, ließ Reilly offen. Ebenso unklar bleibt, ob und wann KOTOR II jemals wieder aktiv in Angriff genommen wird – oder ob „Juliet“ eines jener Projekte bleibt, die in Präsentationen existierten, aber nie das Licht der Öffentlichkeit erblickten.
Ein weiteres Kapitel in der KOTOR-Geschichte
Für viele Fans fügt sich diese Enthüllung nahtlos in die lange, oft frustrierende Geschichte der KOTOR-Reihe ein. Große Ambitionen, komplexe Rechtefragen und wechselnde Studios haben das Franchise immer wieder ausgebremst. Dass selbst ein geplantes Remake von KOTOR II jahrelang verborgen blieb, passt fast schon zu einem Spiel, dessen ursprüngliche Version ebenfalls unfertig erschien und erst durch Community-Arbeit zur Legende wurde.
Ob „Juliet“ jemals wieder aus der Schublade geholt wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Hinter den Kulissen wurde deutlich mehr an KOTOR II gearbeitet, als man der Öffentlichkeit je gezeigt hat.
Veröffentlicht: 23. Dezember 2025 05:02 Uhr