Krafton stellt die Weichen neu. PUBG-Studio, Subnautica-Publisher, milliardenschwerer Konzern – und jetzt ein Unternehmen, das seine gesamte Struktur rund um KI umbaut. Während die Zahlen Rekorde brechen, wird intern ein Programm gestartet, das allen Mitarbeitenden eine freiwilligen Entlassung ermöglicht. Nicht als kalter Stellenabbau verkauft, sondern als „Wachstumsentscheidung“ in einer Phase, die das Studio selbst als Zeitenwende beschreibt.
- Ein Angebot an alle, die den neuen Kurs nicht mitgehen wollen
- AI-first: Was der Umbau bedeutet
- Rekordzahlen – und ein Konzern im Umbruch
Ein Angebot an alle, die den neuen Kurs nicht mitgehen wollen
Berichte aus Korea zeichnen ein deutliches Bild: Seit Mitte November haben alle Krafton-Angestellten die Möglichkeit, freiwillig zu gehen – inklusive Abfindungen, die je nach Betriebszugehörigkeit massiv ausfallen können. Wer erst ein Jahr dabei ist, bekommt ein halbes Jahr Gehalt, wer mehr als ein Jahrzehnt geblieben ist, kann bis zu drei Jahre Lohn mitnehmen. Es ist ein Paket, das groß genug wirkt, um die Entscheidung nicht durch Druck, sondern durch Perspektive vor sich herzutragen.
Krafton selbst spricht davon, dass die Mitarbeitenden „ihre Wachstumsrichtung selbst bestimmen“ sollen, ob innerhalb der Firma oder außerhalb. Zwischen den Zeilen schwingt trotzdem viel Unsicherheit mit, denn das Programm richtet sich klar an jene, die sich im neuen Kurs nicht wiederfinden.
AI-first: Was der Umbau bedeutet
Die Richtung ist seit Oktober festgelegt. Krafton will ein AI-first-Unternehmen werden, mit allem, was dazu gehört: Automatisierung, Agentic-AI-Systeme, eine komplett umgebaute HR-Struktur und ein GPU-Cluster, der mit rund 100 Milliarden Won finanziert wird. Der Schwenk reicht tief ins operative Herz – und erklärt, warum das Studio jetzt einen Weg geöffnet hat, den manche lieber einschlagen, statt auf den Wandel zu warten.
Während Teams sich neu sortieren, wird der Konzern betonen, dass es nicht um heimlichen Personalabbau geht. Doch wer in den vergangenen Monaten die Branche verfolgt hat, weiß: Freiwilligkeit kann sich oft wie der elegante Vorläufer eines harten Schnitts anfühlen.
Rekordzahlen – und ein Konzern im Umbruch
Ironischerweise findet all das in einem Moment statt, in dem Krafton finanziell so stark dasteht wie nie zuvor. Das dritte Quartal brachte 2.4 Billionen Won Umsatz und über eine Billion Won operativen Gewinn – ein historischer Höchststand, wie das Unternehmen selbst sagt.
Es ist ein Bild aus zwei Welten: ein Publisher, der auf Erfolgsspur läuft, und gleichzeitig eine Organisation, die ihre Strukturen neu sortiert, ihren Mitarbeitenden neue Wege vorschlägt und sich selbst als KI-Unternehmen definiert. Für Fans und Industriebeobachter bleibt die große Frage, wie sich dieser Wandel in den kommenden Monaten auf Projekte, Teams und die kreative DNA von Krafton auswirkt.
Veröffentlicht: 24. November 2025 02:51 Uhr