Das Scheitern von Highguard steht exemplarisch für ein Problem, das die Spieleindustrie seit Jahren beschäftigt. Selbst Entwickler mit Erfahrung bei erfolgreichen Online-Titeln können kaum vorhersagen, ob ein neues Live-Service-Spiel tatsächlich zum nächsten großen Hit wird. Für Investoren und Publisher bleibt das Geschäftsmodell damit extrem riskant.
- Vergangene Erfolge garantieren keinen neuen Hit
- Selbst große Studios kämpfen mit Live-Service-Projekten
- Milliardenmarkt mit enormem Risiko
- Zahlreiche Projekte wurden bereits eingestellt
Vergangene Erfolge garantieren keinen neuen Hit
Ein häufiger Ansatz in der Branche ist es, auf Teams zu setzen, die bereits erfolgreiche Live-Service-Titel entwickelt haben. Genau darauf bauten auch viele Erwartungen rund um Highguard.
Mehrere Entwickler des Projekts hatten zuvor an erfolgreichen Spielen wie Apex Legends gearbeitet. Die Hoffnung: Diese Erfahrung könnte zu einem ähnlichen Erfolg führen.
Doch genau hier liegt das zentrale Problem. Selbst mit erfahrenen Teams lässt sich ein Hit kaum planen. Viele neue Multiplayer-Titel erreichen schlicht nicht die enorme Aufmerksamkeit, die notwendig ist, um langfristig erfolgreich zu sein.
Selbst große Studios kämpfen mit Live-Service-Projekten
Highguard ist dabei kein Einzelfall. Auch andere große Unternehmen mussten in den vergangenen Jahren Rückschläge bei Online-Spielen hinnehmen. Selbst Branchenriesen wie Riot Games oder Valve hatten Projekte, die hinter den Erwartungen zurückblieben.
Ein bekanntes Beispiel ist das digitale Kartenspiel Artifact, das trotz großer Erwartungen und prominenter Entwickler keinen langfristigen Erfolg erzielen konnte. Diese Fälle zeigen, wie schwierig es ist, im Live-Service-Segment dauerhaft erfolgreiche Spiele zu entwickeln.
Milliardenmarkt mit enormem Risiko
Der Reiz des Geschäftsmodells liegt weiterhin in den möglichen Gewinnen. Einzelne Spiele können enorme Einnahmen generieren.
Titel wie Helldivers 2 zeigen, dass ein Hit im Live-Service-Bereich schnell hunderte Millionen Dollar einspielen kann. Genau deshalb investieren Publisher weiterhin in neue Projekte – trotz der hohen Ausfallquote.
Zahlreiche Projekte wurden bereits eingestellt
Die starken Investitionen während der Pandemie haben inzwischen auch eine Welle von Projektabbrüchen ausgelöst. Mehrere große Studios haben geplante Spiele in den vergangenen Jahren eingestellt.
Unter anderem wurden Projekte bei Microsoft-Studios oder bei Publishern wie NetEase gestoppt. Viele Titel kamen nie über die Entwicklungsphase hinaus und wurden noch vor der Veröffentlichung eingestellt.
Veröffentlicht: 4. März 2026 08:57 Uhr