Es fühlte sich lange wie eine Selbstverständlichkeit an. Capcom, Monster Hunter und eine neue Nintendo-Konsole – diese Rechnung ist in der Vergangenheit fast immer aufgegangen. Und trotzdem wurde es in den letzten Monaten auffällig still um eine mögliche Switch-2-Version von Monster Hunter Wilds. Performance-Diskussionen, vorsichtige Aussagen aus dem Studio, keine klare Roadmap. Jetzt sorgt ein Datamine dafür, dass das Thema wieder auf dem Tisch liegt.
- Ein Patch, der mehr verrät als Capcom lieb sein dürfte
- Warum ausgerechnet ein „Upgrade“?
- Technik als größter Stolperstein
- DLSS, Hoffnungsträger oder Wunschdenken?
- Capcom, Japan und der Blick auf Nintendo
Ein Patch, der mehr verrät als Capcom lieb sein dürfte
Ausgangspunkt ist das aktuelle Title Update 4. In der Version 1.040 tauchen Codezeilen auf, die Nintendo-Fans sofort hellhörig gemacht haben. Besonders eine Bezeichnung springt ins Auge: „nsw2UpgradeEdition“. Kein kryptischer Teststring, kein offensichtlicher Platzhalter, sondern ein ziemlich konkreter Verweis auf eine Switch-2-Fassung – oder zumindest auf etwas, das Capcom intern genau so nennt.
Zusätzlich findet sich der Eintrag „NSW2.user“. Zusammengenommen wirkt das weniger wie Zufall und mehr wie ein stiller Hinweis darauf, dass zumindest experimentell an einer Switch-2-Variante gearbeitet wird. Offiziell bestätigt ist natürlich nichts, aber das Timing ist auffällig.
Warum ausgerechnet ein „Upgrade“?
Spannend ist vor allem die Wortwahl. Ein Upgrade klingt nicht nach einem simplen Port, sondern eher nach einer angepassten oder erweiterten Version. Das öffnet Raum für Spekulationen. Vielleicht plant Capcom eine Fassung mit technischen Anpassungen, vielleicht auch mit zusätzlichen Inhalten, die es auf anderen Plattformen so nicht gibt. Genauso gut könnte es sich um eine interne Kategorisierung handeln, die später nie das Licht der Öffentlichkeit sieht.
Sicher ist nur, dass Capcom die Switch-2-Version nicht einfach als normalen Release zu behandeln scheint – sonst würde dieser Begriff im Code kaum auftauchen.
Technik als größter Stolperstein
Sollte Monster Hunter Wilds tatsächlich auf der Switch 2 erscheinen, bleibt die Technik der heikle Punkt. Selbst nach mehreren Updates sind die Performance-Eindrücke auf bestehenden Plattformen durchwachsen. Auf starken PCs wird noch Luft nach oben gesehen, während Konsolen wie die Xbox Series S regelmäßig als Problemfall genannt werden – und genau diese dient vielen als grober Vergleich zur neuen Nintendo-Hardware.
DLSS, Hoffnungsträger oder Wunschdenken?
Ein möglicher Joker ist DLSS. Die Upscaling-Technologie hat bereits bei anderen Titeln gezeigt, dass sie anspruchsvolle Spiele deutlich stabilisieren kann. Capcom selbst setzt DLSS schon ein, etwa in Street Fighter 6, um konstante Bildraten zu halten. Insofern wäre der Einsatz auf der Switch 2 kein Bruch mit bisherigen Strategien.
Ein kompletter Neuansatz, ähnlich wie damals bei Monster Hunter Rise, das ursprünglich speziell für die erste Switch entwickelt wurde, wirkt hingegen weniger wahrscheinlich. Wilds ist von Anfang an als Multiplattform-Titel konzipiert worden – das lässt sich nicht einfach zurückdrehen.
Capcom, Japan und der Blick auf Nintendo
Dass Capcom Nintendo weiter fest im Blick hat, wurde zuletzt auch öffentlich deutlich. Präsident Haruhiro Tsujimoto führte verhaltene Verkaufszahlen von Monster Hunter Wilds in Japan unter anderem auf den hohen Preis der PlayStation 5 zurück und lobte gleichzeitig den Erfolg der Switch 2 in einem Markt, der traditionell stark auf Handhelds setzt.
Ob aus dem Datamine am Ende ein echtes Release wird, bleibt offen. Aber klar ist: Die Idee einer Switch-2-Version ist bei Capcom nicht vom Tisch. Und manchmal sind es genau diese kleinen Codezeilen, die mehr über die Zukunft verraten als jede Pressemitteilung.
Veröffentlicht: 2. Januar 2026 06:33 Uhr