Paradox Interactive
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Paradox muss Vampire: Bloodlines 2 abschreiben

Paradox Interactive hat bestätigt, dass Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 deutlich hinter den eigenen Verkaufserwartungen bleibt. Nur einen Monat nach Release zieht der Publisher die Reißleine und nimmt eine Wertberichtigung vor, die in ihrer Größenordnung schon zeigt, wie weit Prognose und Realität auseinanderliegen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein enttäuschender Start mit Ansage
  2. Ein schwieriges Projekt von Anfang an
  3. Wenn eine große Marke nicht reicht

Ein enttäuschender Start mit Ansage

In einer aktuellen Mitteilung spricht Paradox von einer Abschreibung in Höhe von rund 37 Millionen US-Dollar – ein Schritt, der auf einer neuen Absatzprognose basiert. CEO Fredrik Wester formuliert es nüchtern: Das Spiel sei solide, die IP stark, aber die Verkäufe „matchen nicht unsere Erwartungen“. Und genau das mache die Abschreibung notwendig.

Zwischen den Zeilen lässt sich klar lesen, dass Bloodlines 2 letztlich außerhalb der Paradox-Komfortzone lag. Der Publisher räumt ein, dass das Genre und die Ausrichtung „schwer einzuschätzen“ gewesen seien. Künftig will man sich wieder stärker auf Kernthemen konzentrieren, bei denen Paradox traditionell sicher planen kann.

Ein schwieriges Projekt von Anfang an

Bloodlines 2 hatte von Beginn an eine schwere Last zu tragen. Nach der Ankündigung wurde der Release mehrfach verschoben, dann wechselte die Entwicklung von Hardsuit Labs zu The Chinese Room – und das mit einem vergleichsweise engen Zeitfenster.

Nach Release wirkte vieles nicht ganz rund. Und ausgerechnet Dan Pinchbeck, Mitgründer von The Chinese Room, zeigte sich öffentlich besorgt. Er sagte offen, dass man das Projekt nicht als „echtes Bloodlines 2“ bezeichnen wollte, weil klar gewesen sei, dass dafür Zeit und Budget nicht ausreichen würden. Fans des ersten Teils zufriedenstellen? Unmöglich. Neue Spieler abholen? Ebenfalls schwierig. Das Ergebnis: ein Spiel, das in der Mitte hängen blieb.

Wenn eine große Marke nicht reicht

Dass Paradox jetzt so schnell die Notbremse zieht, zeigt, wie hart der Markt urteilt, wenn Erwartungen und Ergebnis auseinanderdriften. Bloodlines 2 hatte die Vampir-Fantasy, die starke Marke und eine Community, die sich seit Jahren auf eine Rückkehr gefreut hat. Was gefehlt hat, war die Zeit, um dem Gewicht dieses Namens gerecht zu werden.

Für Paradox ist die Sache jetzt klar: Man geht zurück zu den Projekten, bei denen man sicher navigieren kann. Und Bloodlines 2 bleibt ein Beispiel dafür, wie schwer es ist, ein Kultspiel zu beerben – selbst mit namhaften Studios und einer starken Fanbasis im Rücken.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️