Reigns: The Witcher
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Reigns: The Witcher – ein Witcher-Spiel, aber ganz anders

Bei der Ankündigung eines neuen Witcher-Spiels zuckt man reflexartig zusammen. Große Erwartungen, großes Franchise, große Fragen. Reigns: The Witcher tritt diesen Reflexen bewusst auf die Füße. Das hier ist kein Open-World-Monster, kein Vorbote von The Witcher 4, sondern ein kleiner, erzählerischer Seitenblick. Und genau deshalb funktioniert die Idee so gut.

Das Projekt entsteht bei Nerial in Zusammenarbeit mit Devolver Digital und erscheint am 25. Februar für PC, Mac und Mobile. Wer die Reigns-Reihe kennt, weiß: Hier geht es nicht um Skilltrees oder Lootspiralen, sondern um Entscheidungen, Konsequenzen und dieses unangenehme Gefühl, sich gerade falsch entschieden zu haben.

Geralt, erzählt von Rittersporn

Der Kniff sitzt früh. Reigns: The Witcher erzählt die Geschichte von Geralt von Riva nicht aus seiner eigenen Perspektive, sondern durch die Augen von Rittersporn. Das verändert den Ton sofort. Alles wirkt ein bisschen größer, ein bisschen überzeichneter, ein bisschen weniger heroisch.

Gespielt wird per Swipe nach links oder rechts. Dorfbewohner beraten, Monsterjagden einschätzen, moralische Grauzonen ausloten. Jede Entscheidung verzweigt die Geschichte weiter, manchmal subtil, manchmal mit voller Wucht. Die Entwickler sprechen von tausenden möglichen Erzählpfaden, ergänzt durch kleinere Kampf- und Minigame-Elemente. Figuren wie Yennefer von Vengerberg, Triss Merigold und Vesemir tauchen ebenfalls auf – eher als narrative Fixpunkte denn als klassische Questgeber.

Kein Ersatz, sondern ein bewusster Seitenpfad

Wichtig ist vor allem, was Reigns: The Witcher nicht sein will. Es ersetzt kein großes Witcher-RPG und konkurriert auch nicht mit den langfristigen Plänen von CD Projekt Red. Neben Witcher 4 befinden sich ein Remake des ersten Witcher-Spiels und weitere Projekte in Arbeit.

Dieses Spiel ist eher ein Experiment. Ein Format-Test. Ein erzählerischer Spielplatz, der die Witcher-Welt aus einem anderen Winkel beleuchtet. Geralt per Wischbewegung durch moralische Dilemmata zu schicken, fühlt sich überraschend stimmig an – gerade weil Witcher-Geschichten schon immer von falschen Entscheidungen und unbequemen Konsequenzen gelebt haben.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️