Bei Rockstar brodelt es weiter – und diesmal kommt der Druck nicht nur von außen, sondern direkt aus den eigenen Studios. Einen Tag nachdem die IWGB ihre rechtlichen Schritte gegen die Kündigungen eingeleitet hat, haben mehr als 200 Mitarbeitende von Rockstar North unterschriebene Briefe an das Senior Management geschickt. Der Ton ist klar, die Forderung ebenso: Die entlassenen Kolleg:innen sollen zurückkehren.
- Ein internes Signal, das sich nicht überhören lässt
- Proteste in London, Paris und Edinburgh
- Eine Stimmung, die bleibt
Ein internes Signal, das sich nicht überhören lässt
Laut IWGB wurden insgesamt 220 Versionen desselben Schreibens zugestellt – ein geschlossenes Zeichen in einer Phase, in der der Umgang mit über 30 entlassenen Mitarbeitenden ohnehin für Schockwellen sorgt. Die Briefe verurteilen die Entscheidung des Unternehmens, die Entlassungen als „vertrauliche Informationsweitergabe“ zu begründen, während Gewerkschaften die Vorgänge längst als gezielten Versuch einordnen, gewerkschaftliche Organisation zu unterdrücken.
Für viele bei Rockstar war dieser Schritt der Moment, nicht länger still zu bleiben. Ein ehemaliger Mitarbeitender sagte, es sei „eine Zeit, in der Rockstar will, dass wir Angst haben“, aber Kolleg:innen würden nun „direkt an die Tür der Chefetage treten, um ihre Stimmen hörbar zu machen“. Worte, die die Atmosphäre gut treffen: Trotz Unsicherheit wächst der Widerstand.
Proteste in London, Paris und Edinburgh
Parallel zu den Briefen plant die IWGB weitere Demonstrationen. Schon am 14. November stehen Proteste in London und Paris an, unterstützt von der französischen Spielegewerkschaft STJV. Edinburgh folgt wenige Tage später, direkt vor Rockstar North. Die Aktionen sind die Fortsetzung einer Protestwelle, die bereits Anfang des Monats begann – begleitet von politischer Unterstützung aus Schottland.
Für die Gewerkschaften ist die Lage eindeutig. IWGB-Organisator Fred Carter spricht von einem Studio, das „von über 440 Millionen Pfund an britischen Steuererleichterungen profitiert“ und gleichzeitig „kaltherzig Lebensgrundlagen zerstört“. Die IWGB sieht in den Kündigungen den Versuch, eine fast erreichte gewerkschaftliche Anerkennung zu verhindern – ein Vorwurf, den Rockstar weiterhin zurückweist.
Eine Stimmung, die bleibt
Egal, auf welcher Seite man steht, eines ist spürbar: Die Belegschaft bei Rockstar North ist in Bewegung. Die Briefe zeigen, dass viele die Kündigungen nicht als individuelle Fälle, sondern als Angriff auf die gesamte Kultur im Studio sehen. Und sie senden ein deutliches Signal, das über die Grenzen des Unternehmens hinausstrahlt.
Veröffentlicht: 24. November 2025 02:55 Uhr