Saudi-Arabien will im Games-Sektor nicht mehr nur zuschauen. Mit Kingdom of Gaming kündigt das Land eine neue internationale Konferenz an, die im Dezember 2026 erstmals in Riad stattfinden soll. Ziel ist klar: Die Hauptstadt soll sich als Ort etablieren, an dem Spiele nicht nur konsumiert, sondern entwickelt, finanziert und skaliert werden.
- Ein Event, das groß denkt
- Von Absatzmarkt zu Produktionsstandort
- Eingebettet in Saudi-Arabiens Games-Offensive
- Ein neuer Fixpunkt im globalen Kalender?
Das Event ist für den Zeitraum vom 1. bis 3. Dezember angesetzt und richtet sich explizit an Entwickler:innen, Studios, Publisher, Investoren und Plattformbetreiber.
Ein Event, das groß denkt
Veranstaltet wird Kingdom of Gaming von Tahaluf, einem Joint Venture zwischen Informa, dem Veranstalter der Game Developers Conference, und der Saudi Federation for Cybersecurity, Programming and Drones. Schon in der Ankündigung wird deutlich, dass hier kein kleines Regional-Event geplant ist. Tahaluf spricht davon, die internationale Games-Branche nach Riad zu holen und dort einen neuen Knotenpunkt für Entwicklung und Investment zu schaffen.
Geplant sind laut Veranstalter über 20.000 Besucher:innen, rund 300 Aussteller sowie etwa 500 teilnehmende Studios und Entwicklerteams. Konkrete Namen fehlen bislang, der Anspruch ist aber eindeutig global.
Von Absatzmarkt zu Produktionsstandort
Tahaluf-Managerin Annabelle Mander beschreibt Kingdom of Gaming als Teil eines größeren Wandels. Riad solle sich von einem reinen Markt für Spiele zu einem Ort entwickeln, an dem neue IP entsteht. Indem Entwickler:innen, Kapitalgeber und Plattformen an einem Ort zusammengebracht werden, sollen die Voraussetzungen für nachhaltige Studios, neue Karrieren und internationale Projekte geschaffen werden.
Ein weiterer Baustein ist die parallele Ausrichtung mit der Cybersecurity-Konferenz Black Hat EMEA. Die bewusste Nähe zwischen Games, Technologie und Sicherheit soll zusätzliche Anziehungskraft entfalten und den Standort weiter aufwerten.
Eingebettet in Saudi-Arabiens Games-Offensive
Die neue Konferenz ist kein isoliertes Projekt. In den vergangenen Jahren hat Saudi-Arabien seine Präsenz in der Games-Branche massiv ausgebaut. Das lief vor allem über den staatlichen Public Investment Fund. Dazu zählen unter anderem die geplante Übernahme von Electronic Arts, der milliardenschwere Kauf des Niantic-Games-Portfolios durch Scopely sowie der Einstieg von Qiddiya Gaming beim Fighting-Game-Event EVO.
Auch die Esports World Cup Foundation wird vom PIF finanziert. Das zeigt, wie strategisch das Land den Games- und Esports-Sektor denkt. Gleichzeitig gibt es Berichte, dass der Investmentfonds zuletzt vorsichtiger agiert und weniger Spielraum für neue Großinvestitionen hat. Wie sich das auf zukünftige Projekte auswirkt, bleibt offen.
Ein neuer Fixpunkt im globalen Kalender?
Mit Kingdom of Gaming positioniert sich Riad als potenzieller neuer Treffpunkt für die internationale Games-Branche. Und das in einer Zeit, in der sich auch bestehende Formate neu erfinden. Informa hat die GDC zuletzt zum GDC Festival of Gaming umgebaut und damit selbst ein Signal für Veränderung gesetzt.
Ob Kingdom of Gaming langfristig neben etablierten Events bestehen kann, wird sich erst zeigen. Der Anspruch, den Saudi-Arabien hier formuliert, ist jedoch unmissverständlich – und dürfte weltweit genau beobachtet werden.
Veröffentlicht: 23. Dezember 2025 04:57 Uhr