Während Bungie nach dem enttäuschenden Abschneiden von Destiny 2 unter Druck steht, richtet sich der Blick nun auf das nächste große Projekt des Studios: Marathon. In der jüngsten Investorenkonferenz äußerte sich Sonys Finanzchefin Lin Tao erstmals ausführlicher zur Entwicklung – und wählte dabei bewusst vorsichtige Worte.
- Zwischen Tests und Nachjustierung
- Release weiterhin für dieses Geschäftsjahr geplant
- Wenn der Erfolg ausbleibt
Zwischen Tests und Nachjustierung
„Wir arbeiten weiterhin daran“, sagte Tao über den aktuellen Stand des Spiels, das ursprünglich im September erscheinen sollte, dann aber aufgrund interner Probleme verschoben wurde. Dazu zählten durchwachsene Testergebnisse und ein Vorfall rund um kopierte Artworks, der Bungie bereits im Sommer in die Schlagzeilen gebracht hatte.
Im Oktober folgte nun ein großer technischer Test: „Vom 22. bis 28. Oktober nahmen rund 80.000 Spieler:innen teil“, erklärte Tao. „Wir haben vor allem Gameplay und Retention getestet – das waren unsere wichtigsten KPIs.“ Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet. „Und wo nötig, werden wir Anpassungen vornehmen.“
Bungie selbst hatte den Test als „wichtigen Meilenstein“ bezeichnet – ein Punkt, an dem man überprüfen wolle, ob die bisherigen Verbesserungen nach der Alpha-Phase Wirkung zeigen.
Release weiterhin für dieses Geschäftsjahr geplant
Trotz der Unruhe im Studio hält Sony an der bisherigen Planung fest. Tao bekräftigte, dass Marathon noch im laufenden Geschäftsjahr erscheinen soll – also vor Ende März. „Wir sind voll und ganz darauf ausgerichtet, das Spiel wie geplant zu veröffentlichen“, sagte sie. „Der Launch ist in unseren Prognosen enthalten.“
Damit bleibt Marathon eines der zentralen Projekte, mit denen Sony seine Live-Service-Sparte stärken will – gerade nachdem Destiny 2 zuletzt enttäuschte und Bungie unternehmensintern mehrfach umstrukturiert wurde.
Wenn der Erfolg ausbleibt
Auf Nachfrage zur finanziellen Risikoabwägung blieb Tao ehrlich, aber gelassen. Sollte Marathon nicht die erhoffte Performance liefern, sei „natürlich ein Wertverlust denkbar“. Das könne sich auf einzelne Posten auswirken, „aber wir gehen derzeit nicht davon aus, dass dies die gesamte Games-Sparte beeinträchtigt.“
Trotz dieser diplomatischen Formulierung wird deutlich: Sony setzt weiter auf Bungie, aber nicht mehr blind. Nach mehreren Fehltritten steht Marathon für das Studio sinnbildlich zwischen Hoffnung und Bewährungsprobe – und für Sony zwischen Geduld und Konsequenz.
Veröffentlicht: 18. November 2025 21:55 Uhr