Destiny 2
Bungie

Sony: Destiny 2 bleibt hinter Erwartungen

Sony hat erstmals offen eingeräumt, dass sich die milliardenschwere Übernahme von Bungie bislang nicht wie erhofft auszahlt. In der jüngsten Quartalskonferenz erklärte Finanzchefin Lin Tao, dass die Verkäufe und das Engagement rund um Destiny 2 deutlich unter den Prognosen liegen, die man beim Kauf des Studios angesetzt hatte.

Inhaltsverzeichnis
  1. Bungie unter Druck
  2. Lichtblicke durch andere Titel
  3. Zwischen Erwartungsdruck und Neuausrichtung

Bungie unter Druck

„Teilweise, durch Veränderungen im Wettbewerbsumfeld, haben die Verkaufszahlen und die Spielerbindung nicht das Niveau erreicht, das wir beim Erwerb von Bungie erwartet hatten“, sagte Tao während der englischsprachigen Fragerunde zur Bilanz. „Wir haben die Geschäftsprognosen nach unten korrigiert und eine Wertminderung auf einen Teil der Bungie-Vermögenswerte vorgenommen.“

Diese Wertberichtigung – ein sogenannter Impairment Loss – belief sich im Quartalsbericht auf rund 204 Millionen US-Dollar. Für Sony ist das ein klares Signal, dass Bungie und Destiny 2 nicht mehr das Wachstum liefern, das man sich von einem Live-Service-Vorzeigeprojekt versprochen hatte.

Lichtblicke durch andere Titel

Trotz der Belastung betonte Tao, dass das restliche Portfolio weiterhin stark performe. Mehr als 40 Prozent des Umsatzes aus Sonys First-Party-Spielen stammen laut ihr inzwischen aus Live-Service-Titeln – darunter Helldivers 2 und MLB: The Show 25, die beide auf mehreren Plattformen erscheinen.

Vor allem Helldivers 2, das im August auch für Xbox veröffentlicht wurde, habe für neue Nutzerzahlen gesorgt und gleichzeitig die Aktivität auf PS5 und PC erhöht. „Das führte zu einem deutlichen Umsatzplus im Jahresvergleich“, so Tao.

Auch MLB: The Show 25 und Ghost of Yotei hätten sich stark entwickelt. Letzteres überschritt die Marke von 3,3 Millionen verkauften Exemplaren und reiht sich damit in Sonys erfolgreichste Exklusivtitel ein.

Zwischen Erwartungsdruck und Neuausrichtung

Dass Bungie erneut zur Problemzone wird, überrascht kaum: Bereits in den vergangenen Monaten kursierten Berichte über interne Spannungen, Entlassungen und sinkende Spielerzahlen. Für Sony steht nun im Raum, wie sich Bungies Rolle im größeren PlayStation-Ökosystem weiterentwickeln soll.

Tao betonte zum Abschluss, dass Sony die Erfahrungen aus dieser Situation nutzen will: „Auf Basis der jüngsten Entwicklungen werden wir unsere Studios, Geschäftsprozesse und Marken gezielt weiter stärken.“

Zwischen den Zeilen klingt das wie ein Eingeständnis – und ein Neustart. Bungie bleibt Teil der Vision, aber das Vertrauen muss sich das Studio wohl erst zurückverdienen.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️