Manchmal fängt ein Studio erst richtig an, wenn es eigentlich vorbei ist. Nach seiner Schließung durch NetEase im August ist T-Minus Zero Entertainment zurück – diesmal unabhängig, kleiner, aber mit einer klaren Vision. Das texanische Studio wurde von seinen Gründer:innen und leitenden Entwickler:innen übernommen und will künftig ganz ohne Großpublisher arbeiten.
- Neustart mit Filmmentalität
- Kaijus, Städte und zweite Chancen
- Wenn Publisher gehen, bleiben Visionen
Neustart mit Filmmentalität
CEO Zachary Beaudoin erklärt in einem Statement, dass T-Minus Zero künftig mit einem „fokussierten, projektbasierten“ Ansatz arbeite, inspiriert von der unabhängigen Filmwelt. Heißt: weniger Konzernstrukturen, mehr kreative Freiheit – und Partnerschaften, die sich organisch anfühlen.
Das Studio sucht aktuell nach Co-Finanzierungspartnern, um sein erstes Spiel in die Produktion zu bringen. Einen Namen gibt es noch nicht, aber Beaudoin spricht von einem „spielbaren Prototyp, der sowohl kreativ als auch technisch überzeugt hat“. Er beschreibt die aktuelle Phase als Neuanfang mit klarer Richtung: weg von Meetingkultur und Publisher-Abhängigkeit, hin zu einem kleineren, beweglicheren Team.
Kaijus, Städte und zweite Chancen
Worum es im Spiel genau geht, bleibt vorerst geheim – doch laut einem früheren Kommentar von Simon Zhu, ehemals NetEase-Präsident für globale Partnerschaften, dreht sich das Projekt um Kämpfe gegen riesige Kaijus, die eine Stadt bedrohen, die man selbst beschützen will. Ein Konzept, das irgendwo zwischen Science-Fiction und emotionalem Actiondrama liegen könnte.
T-Minus Zero war ursprünglich 2023 von MMO-Veteran Rich Vogel gegründet worden, bekannt für Star Wars Galaxies und The Old Republic. Unter NetEase kam es allerdings nie zu einem Release – die Finanzierung wurde gestrichen, bevor das Studio sein Debüt feiern konnte.
Wenn Publisher gehen, bleiben Visionen
NetEase hat in den letzten Jahren mehrere westliche Studios geschlossen oder ihre Budgets eingefroren – darunter Jar of Sparks, Worlds Untold und Liquid Swords. Viele Projekte von Branchenveteranen fielen damit dem Sparkurs zum Opfer.
Doch T-Minus Zero wählt jetzt einen anderen Weg. Kein AAA-Rahmen, keine überzogenen Roadmaps – nur ein Team, das sich seine Unabhängigkeit zurückholt, um das Spiel zu bauen, das es schon immer machen wollte. Und manchmal ist genau das die Art Neustart, die man in dieser Branche braucht.
Veröffentlicht: 7. November 2025 02:44 Uhr