Take-Two bleibt beim Thema künstliche Intelligenz vorsichtig. CEO Strauss Zelnick stellte während des jüngsten Investorengesprächs klar, dass das Unternehmen KI als Werkzeug für kreative Unterstützung begreift – nicht als Mittel, um Mitarbeiter zu ersetzen. „Wir nutzen das weder als Ausrede noch sehen wir darin die Gelegenheit, Personal abzubauen“, sagte Zelnick.
- KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
- Keine Entlassungen wegen Automatisierung
- Debatte im Schatten von Rockstar
KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
Im Gespräch wiederholte Zelnick seine viel diskutierte Aussage, dass generative KI zwar leistungsfähig sei, aber keine „zukunftsgerichtete Genialität“ ersetzen könne. „Das ist keine Meinung, das ist Fakt“, betonte er. KI basiere auf bestehenden Datensätzen, großen Sprachmodellen und Rechenleistung – aber nicht auf echter Innovation.
Für Take-Two sei Technologie schon immer Teil des kreativen Prozesses gewesen, erklärte Zelnick weiter. „Unsere kreative Arbeit entsteht mit Computern, mit technischen Tools. Je besser diese Werkzeuge werden, desto freier können unsere Teams gestalten.“ Richtig eingesetzt, könne KI also helfen, Routinearbeit zu reduzieren und den Fokus stärker auf kreative Ideen zu legen.
Keine Entlassungen wegen Automatisierung
Auf die Frage, ob KI in Bereichen wie Qualitätssicherung oder Art Design eingesetzt werde, räumte Zelnick ein, dass es dort gewisse Effizienzgewinne gebe – allerdings ohne Auswirkungen auf die Belegschaft. „Wenn Sie mich fragen, ob wir morgen unsere Kostenstruktur um fünf Prozent senken könnten, indem wir alles auf KI umstellen – die Antwort lautet nein“, sagte er.
Stattdessen wolle Take-Two Mitarbeiter:innen von monotonen Aufgaben entlasten, um mehr Freiraum für kreative Arbeit zu schaffen. KI solle Teams unterstützen, nicht ersetzen.
Debatte im Schatten von Rockstar
Zelnicks Aussagen fallen in eine angespannte Zeit: Erst vor wenigen Tagen sorgten Entlassungen bei der Tochterfirma Rockstar Games für Kritik. Während Take-Two die Maßnahmen mit „grobem Fehlverhalten“ begründet, wirft die britische Gewerkschaft IWGB dem Unternehmen „offenes Union-Busting“ vor.
Trotz dieser Kontroversen bleibt Zelnick bei seiner Haltung: KI sei zwar ein „großartiges Werkzeug für jede Branche“, aber kein Garant für Erfolg. „KI erschafft keine Genies. Sie erschafft keine Hits. Sie ist eine Ansammlung von Daten und Algorithmen – nicht mehr, nicht weniger.“
Veröffentlicht: 7. November 2025 02:22 Uhr