Channel37 klingt nach einem Studio, das irgendwo zwischen finnischer Waldstille und Sci-Fi-Bastellabor existiert. Genau so fühlt sich The Last Caretaker an. Das Spiel ist Anfang des Monats in den Early Access gestartet. Die Resonanz wirkt wie ein Funksignal, das plötzlich die ganze Welt erreicht hat. Auf TikTok rauschen Clips des Meeresabenteuers über 15 Millionen Views durch, dazu über drei Millionen auf YouTube und 1,2 Millionen Stunden Watchtime auf Twitch. Wenn man es ausrechnet, sitzen wir damit bei rund 140 Jahren durchgehender Erkundung einer überfluteten Erde.
- Ein Spiel, das Menschen festhält – egal ob aus Fleisch oder Metall
- Zwischen Schrott, Hoffnung und Maschinen, die zu viel wissen
- Ein Early Access, der sich wie ein Auftakt anfühlt
Ein Spiel, das Menschen festhält – egal ob aus Fleisch oder Metall
Wer in The Last Caretaker aufwacht, tut das als Maschine in einer Welt, die von Wasser verschluckt wurde. Was sich zunächst nach Einsamkeit anhört, entwickelt sich schnell zu einer stillen, berührenden Mission. Die letzten menschlichen Samen schützen und sie irgendwann zurück zu den Sternen zu schicken. Vielleicht ist das auch der Grund, warum Spieler*innen laut den ersten Daten durchschnittlich über 16 Stunden bleiben. In der rauen See wirkt selbst die Stille wie ein Versprechen, dass hinter dem nächsten rostigen Turm oder dem nächsten Leuchtsignal ein weiterer Teil dieser Geschichte wartet.
Der Early-Access-Start hat das Spiel direkt unter die meistgewünschten Titel auf Steam katapultiert – Platz zehn in den letzten zwei Wochen. Und die Reise hat gerade erst begonnen. Channel37 plant regelmäßige Updates mit neuen Fahrzeugen, essenziellen Items, mehr Welt, mehr Story und dem Gefühl, jedes Mal ein Stück weiter in dieses verschwundene Zeitalter einzutauchen.
Zwischen Schrott, Hoffnung und Maschinen, die zu viel wissen
The Last Caretaker lebt davon, dass alles miteinander verknüpft ist. Ressourcen sind nicht einfach Zahlen, sondern Entscheidungen, die wehtun können. Baue ich eine Waffe für den Notfall, oder spare ich Materialien für einen eleganten Ausweg aus der nächsten Bedrohung? Die Welt selbst ist kein Deko-Set, sondern ein echtes, atmendes Konstrukt aus stillen Docks, verlassenen Funkfeuern und Strukturen, die Geschichten tragen. Manche sind traurig, manche warnend, andere überraschend lebendig.
Das crafting fühlt sich an wie eine Mischung aus Archäologie und Ingenieurwesen. Du reißt Dinge auseinander, entscheidest, was wertvoll genug ist, um durch die Ozeane geschleppt zu werden, und setzt Stück für Stück ein neues Leben zusammen. Und jedes kleine Erfolgserlebnis wirkt wie ein weiterer Schritt Richtung Menschlichkeit – ironisch, wenn man bedenkt, dass die Spielerfigur selbst gar kein Mensch mehr ist.
Ein Early Access, der sich wie ein Auftakt anfühlt
The Last Caretaker kostet 29.99 Euro und ist auf Steam sowie im Epic Games Store spielbar. Wer früh einsteigt, erlebt einen dieser seltenen Momente, in denen ein Indieprojekt plötzlich groß wird – nicht, weil es laut schreit, sondern weil es leise bleibt und trotzdem bei Millionen ankommt.
Eine Maschine, eine ertrunkene Welt, ein letzter Auftrag. Und ein Early Access, der schon jetzt nach etwas viel Größerem aussieht.
Veröffentlicht: 13. Dezember 2025 01:28 Uhr