Ubisoft schreibt wieder schwarze Zahlen und entlässt trotzdem. Anfang 2026 verlieren rund 130 Entwickler:innen ihre Jobs. Studios schließen, Teams schrumpfen, Sparziele bleiben weiterhin das Leitmotiv.
- Gewinnzone erreicht und dennoch bleibt die Axt draußen
- Halifax dicht und 71 Jobs weg
- Frisches vom Feed
- Schweden schrumpft, Struktur bleibt
- Sparen als Dauerzustand
- Fakten über Ubisoft
Gewinnzone erreicht und dennoch bleibt die Axt draußen
Nach einem schwierigen Jahr 2024 hatte Ubisoft Anfang 2025 ein Sparprogramm über rund 200 Millionen Euro angekündigt. Daraufhin meldete der Konzern für das erste Halbjahr 2025/26 einen Betriebsgewinn von 27 Millionen Euro. Zusätzlich brachte eine Partnerschaft mit Tencent 1,16 Milliarden Euro frisches Kapital.
Die wirtschaftliche Erholung schützt die Belegschaft jedoch nicht. Bereits zuvor hatte Ubisoft Studios in San Francisco, Osaka und Leamington geschlossen. Die aktuelle Entlassungswelle zeigt, dass der Konzern auch 2026 weiter Kosten senken möchte, unabhängig von kurzfristigen Geschäftszahlen.
Halifax dicht und 71 Jobs weg
Besonders hart trifft es das kanadische Studio in Halifax. Ubisoft schließt den Standort vollständig und baut damit 71 Stellen ab. Der Zeitpunkt ist brisant. Nur wenige Wochen zuvor hatte sich die Mehrheit der Belegschaft für den Beitritt zu einer Gewerkschaft entschieden. Ubisoft weist einen Zusammenhang zurück.
Gegenüber GamesIndustry.biz erklärte der Konzern, die Schließung sei Teil langfristig geplanter Sparmaßnahmen gewesen. Fakt ist jedoch, dass die Entscheidung kurz nach der gewerkschaftlichen Organisation umgesetzt wurde. Betroffene Entwickler:innen äußerten gegenüber IGN, sie seien über den Schritt am Boden zerstört.
Die Gewerkschaft CWA kündigte an, mögliche rechtliche Schritte zu prüfen. Ob daraus konkrete Konsequenzen folgen, ist offen.
Frisches vom Feed
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Schweden schrumpft, Struktur bleibt
Auch in Stockholm baut Ubisoft Stellen ab. Beim Studio Massive Entertainment verlieren 55 Mitarbeiter:innen ihren Job. Massive hatte zuletzt Star Wars Outlaws und Avatar: Frontiers of Pandora entwickelt. Laut interner Kommunikation stehen die Entlassungen nicht im Zusammenhang mit der finanziellen Performance dieser Spiele.
Bereits im Oktober 2025 hatte Ubisoft ein freiwilliges Abfindungsprogramm aufgelegt. Da sich offenbar nicht genug Beschäftigte meldeten, greift das Unternehmen nun zu Kündigungen.
An der strategischen Rolle von Massive soll sich laut Ubisoft nichts ändern. Das Studio arbeitet weiter am The Division Franchise, inklusive The Division 3, unterstützt Ubisoft Connect und entwickelt an der Snowdrop Engine. Einzelspielerprojekte wie Outlaws oder Avatar stehen in Schweden vorerst nicht im Fokus.
Sparen als Dauerzustand
Ubisoft hat angekündigt, das Sparprogramm auch 2026 fortzuführen. Das anvisierte Volumen von rund 100 Millionen Euro macht weitere Entlassungen wahrscheinlich. Der Konzern setzt damit auf finanzielle Stabilisierung durch strukturellen Rückbau.
Die aktuelle Welle zeigt, dass Gewinne und Kapitalzuflüsse nicht automatisch zu mehr Sicherheit für Entwickler:innen führen. Ubisoft priorisiert Flexibilität und Kostenkontrolle. Für die Belegschaft bedeutet das anhaltende Unsicherheit, selbst in Phasen positiver Geschäftszahlen.
Fakten über Ubisoft
Ubisoft ist ein großer französischer Videospielkonzern, der weltweit Spiele wie Assassin’s Creed, Far Cry, Just Dance, Rainbow Six und Watch Dogs entwickelt und vertreibt. In den letzten Jahren bauen sie viele Mitarbeiter ab, weil Umsätze und Gewinne unter Druck stehen und der Konzern seine Kosten massiv senkt und umstrukturiert.



Veröffentlicht: 15. Januar 2026 16:22 Uhr