Ubisoft
Ubisoft

Ubisoft stellt sich hinter Assassin’s Creed Shadows

Assassin’s Creed Shadows war kaum angekündigt, da wurde es zum Politikum. Der kommende Serienteil, der im feudalen Japan spielt und den schwarzen Samurai Yasuke als einen der beiden spielbaren Charaktere zeigt, löste sofort eine Welle an Kritik aus – unter anderem von Elon Musk und rechten Kommentatoren. Nun ist ein internes Ubisoft-Video aufgetaucht, das zeigt, wie das Unternehmen auf die ideologische Gegenreaktion reagierte.

Inhaltsverzeichnis
  1. „Von Hass zu Haltung“
  2. „Mehr Spiel als Botschaft“
  3. Ein sensibles Thema mit Geschichte

„Von Hass zu Haltung“

Laut einem Bericht von Game File zeigte Ubisoft-Chef Yves Guillemot das Video hinter verschlossenen Türen bei der Paris Games Week. Der Clip beginnt mit der Frage, was passiert, „wenn aus Vorfreude Ablehnung wird – wenn die Diskussion sich vom Gameplay hin zur Ideologie verschiebt“. Darin beschreibt das Studio, wie es sich nach dem anfänglichen Shitstorm neu sortierte: „Wir mussten aufhören, uns auf die zu konzentrieren, die uns hassten. Wir mussten anfangen, unsere Verbündeten zu aktivieren.“

Ubisoft hatte die Veröffentlichung im September 2024 verschoben, offiziell um das Spiel zu polieren und zu optimieren – intern offenbar auch, um Zeit zu gewinnen, die öffentliche Wahrnehmung zu drehen. Das Video zeigt, wie das Studio danach gezielt auf Transparenz setzte: Statt Angst vor Leaks zu haben, lud man Creator, Presse und Fans früh zum Anspielen ein. „Fans kamen zurück, Gespräche veränderten sich – und alle, die an diesem Spiel gearbeitet oder es gespielt haben, konnten wieder stolz sein“, heißt es im Video.

„Mehr Spiel als Botschaft“

Guillemot erklärte im Anschluss an die Präsentation, Ubisoft sei „überrascht vom Ausmaß der Angriffe“ gewesen, habe aber aus der Situation gelernt. Assassin’s Creed Shadows solle kein politisches Statement sein, sondern „vor allem ein Spiel“.

Das interne Video soll laut Ubisoft nicht öffentlich erscheinen, sondern der eigenen Belegschaft zeigen, dass das Studio trotz der Kritik an seiner kreativen Richtung festhält.

Ein sensibles Thema mit Geschichte

Die Debatte um politische Themen in Assassin’s Creed ist nicht neu. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Ubisoft ein Konzept für einen Teil verworfen hat, der in den USA während der Reconstruction-Ära spielen sollte – mit einem ehemaligen Sklaven als Protagonisten. Das Projekt sei „zu politisch für ein Land in zu instabiler Lage“ gewesen.

Mit Shadows setzt Ubisoft nun bewusst ein anderes Zeichen: ein historisches Setting, ein ungewöhnlicher Held, und ein Studio, das sich nach Jahren der Zurückhaltung offenbar wieder traut, Haltung zu zeigen – selbst wenn sie nicht jedem gefällt.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Author
Image of Linda Güster
Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️