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Ubisoft zieht erneut die Notbremse: Jobs weg bei Massive und Stockholm

Das schwedische Ubisoft-Doppel aus Massive Entertainment und Ubisoft Stockholm muss 2026 erneut Arbeitsplätze abbauen. Nachdem im Herbst 2025 bereits ein freiwilliges Abfindungsprogramm eingeführt wurde, folgt nun eine zweite Sparrunde: Rund 55 Stellen sind betroffen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Sparrunde Nummer zwei
  2. Zwei Studios, ein Dauerstresstest
  3. Kernteams unter Schutzschild
  4. Sparrunden als Branchenstandard
  5. Kalorien sparen, Kraft verlieren?

Die Maßnahme reiht sich in eine Serie von Entlassungen ein – erst im November wurde das kanadische Studio Ubisoft Halifax geschlossen und andere Ubisoft-Niederlassungen verkleinert.

Sparrunde Nummer zwei

Ubisoft hat am 13. Januar 2026 bekannt gegeben, dass etwa 55 Mitarbeitende bei Massive Entertainment in Malmö und Ubisoft Stockholm entlassen werden. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer organisatorischen Neuausrichtung, die nach einem freiwilligen Abfindungsprogramm nun „die langfristige Roadmap“ sichern soll.

Ubisoft betont, dass die Arbeit an The Division 3, Star Wars Outlaws und einem noch geheimen Cloud-Projekt unverändert weitergehe.

Auf einen Blick

  • Betroffene Studios: Massive Entertainment in Malmö und Ubisoft Stockholm
  • Umfang: Rund 55 Stellen; zuvor freiwilliges Abfindungsprogramm
  • Begründung: Reorganisation und „Finalisierung der langfristigen Roadmap“
  • Großprojekte: The Division 3, Star Wars Outlaws und ein Cloud-Projekt sollen nicht gefährdet sein
  • Vorgeschichte: Bereits 2025 weltweite Entlassungen und Studioschließungen bei Ubisoft

Zwei Studios, ein Dauerstresstest

Massive Entertainment ist eines der bekanntesten Studios Schwedens. Das Team entwickelte The Division und arbeitet aktuell an The Division 3 sowie an Star Wars Outlaws. Ubisoft Stockholm wurde 2017 gegründet, um ein Cloud-basiertes AAA-Projekt zu entwickeln.

Trotz dieser ambitionierten Vorhaben steht Ubisoft als Konzern unter Druck: Sinkende Einnahmen, mehrere schwach performende Releases und eine angespannte Aktienlage führten zu wiederholten Sparmaßnahmen.

Die aktuellen Entlassungen betreffen vor allem Support- und Verwaltungsbereiche. Ubisoft zufolge wurden die Betroffenen in persönlichen Gesprächen informiert und erhalten Übergangspakete. Gewerkschaften äußern dennoch Kritik: Zwar wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungen geführt, doch Mitarbeitende bemängeln fehlende Transparenz im Vorfeld.

Kernteams unter Schutzschild

Ubisoft betont, dass die langfristige Ausrichtung der schwedischen Studios unverändert bleibe. The Division 3 und Star Wars Outlaws sollen weiterhin in Malmö entwickelt werden, während das Stockholmer Team an einem „innovativen Cloud-Projekt“ arbeitet, über das bislang wenig bekannt ist. Die Sorge vieler Beobachter: Personalabbau und Qualitätsanspruch geraten früher oder später in Konflikt.

Der Publisher argumentiert, man konzentriere sich auf Kernkompetenzen und baue ineffiziente Strukturen ab, ohne die eigentlichen Entwicklerteams zu schwächen.

Intern ist die Lage dennoch angespannt. Massive verzeichnete in den vergangenen Jahren eine spürbare Fluktuation, während das Cloud-Projekt eher als nebulöse Vision denn als klar umrissene Strategie wahrgenommen wird.

Sparrunden als Branchenstandard

Ubisoft ist kein Einzelfall. 2025 und 2026 haben zahlreiche Publisher Stellen gestrichen, da steigende Kosten, verschobene Releases und vorsichtigere Investoren die Budgets belasten.

Der gewählte Weg – zunächst freiwillige Abgänge, anschließend Pflichtentlassungen – ist inzwischen branchenüblich. Arbeitnehmervertretungen fordern dennoch langfristigere Planung und mehr Absicherung.

Für den schwedischen Arbeitsmarkt dürfte der Einschnitt vergleichsweise schnell abgefedert werden. Studios wie DICE, Avalanche und zahlreiche Indie-Teams suchen weiterhin erfahrene Entwickler, sodass die Betroffenen gute Chancen auf neue Anstellungen haben.

Kalorien sparen, Kraft verlieren?

Ubisoft verordnet seinen schwedischen Studios erneut eine Diät, die auf dem Papier effizienter wirken soll. Ob dadurch tatsächlich Beweglichkeit entsteht oder am Ende nur Substanz verloren geht, wird sich erst mit den nächsten Releases zeigen.

Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass The Division 3 und Star Wars Outlaws nicht irgendwann daran erinnern, dass Sparmaßnahmen selten folgenlos bleiben.


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Author
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Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.