Nintendo holt eines seiner seltsamsten Kapitel zurück. Ab dem 17. Februar startet Virtual Boy – Nintendo Classics als Teil von Nintendo Switch Online + Expansion Pack. Dazu gibt’s sogar ein neues Zubehör, angelehnt an das originale Headset. Klingt mutig, fast schon nostalgisch. In der Praxis fühlt sich der Start allerdings erstaunlich unfertig an.
- Ein Start mit sieben Spielen statt kompletter Bibliothek
- Features? Auch nicht alles sofort
- Nostalgie mit angezogener Handbremse
Ein neuer Overview-Trailer zeigt ziemlich klar, was zum Launch drin ist – und was eben noch nicht.
Ein Start mit sieben Spielen statt kompletter Bibliothek
Der Virtual Boy hatte ohnehin nur 22 Spiele. Umso mehr fällt auf, wie dünn das Line-up zum Release ausfällt. Zum Start sind gerade einmal sieben Titel spielbar:
Wario Land, Teleroboxer, Galactic Pinball, Red Alarm, Golf, 3-D Tetris und The Mansion of Innsmouth.
Wer sich auch nur ansatzweise mit dem Virtual Boy beschäftigt hat, merkt sofort, was fehlt. Mario Tennis, das damalige Pack-in, ist nicht dabei. Mario Clash ebenso wenig. Beides soll später nachgereicht werden – im klassischen Nintendo-Tempo.
Bis Jahresende sollen diese Titel noch folgen:
Mario Tennis, Mario Clash, Jack Bros., Space Invaders, Virtual Bowling, Vertical Force, V-Tetris sowie die nie veröffentlichten Zero Racers und D-Hopper.
Gerade Letztere sind spannend, weil sie bisher nie offiziell spielbar waren. Dass ausgerechnet diese Neuheiten aber ebenfalls erst später kommen, wirkt unnötig gebremst.
Features? Auch nicht alles sofort
Wie bei anderen Retro-Kollektionen gibt es Rewind, Speicherpunkte und frei anpassbare Steuerung. Das ist solide, aber erwartet. Interessanter ist die Möglichkeit, die ikonische rote Darstellung des Virtual Boy zu ändern.
Spieler sollen später zwischen Gelb, Grün oder Grau wählen können, sobald die Linse „entfernt“ wird. Klingt nach einer sinnvollen Modernisierung für heutige Augen. Nur: Auch dieses Feature kommt nicht zum Launch, sondern irgendwann später im Jahr.
Warum man selbst solche Basics aufschiebt, bleibt unklar.
Nostalgie mit angezogener Handbremse
Dass Nintendo den Virtual Boy überhaupt zurückbringt, ist schon bemerkenswert. Das Gerät war ein kommerzieller Flop und lange eher Running Gag als Kultobjekt. Umso seltsamer ist es, dass der Relaunch so vorsichtig, fragmentiert und langsam ausgerollt wird.
Ein kleines Line-up, zentrale Spiele fehlen, sinnvolle Optionen kommen erst Monate später. Das fühlt sich weniger wie eine bewusste kuratierte Rückkehr an, sondern eher wie ein Projekt, das man nicht ganz zu Ende gedacht hat.
Der Virtual Boy war nie perfekt. Aber wenn man ihn schon rehabilitiert, hätte er zumindest einen runden Start verdient.
Veröffentlicht: 30. Januar 2026 22:10 Uhr