Virtual Boy
Nintendo of America via YouTube

Virtual Boy kommt zu Switch Online, fühlt sich halb fertig an

Nintendo holt eines seiner seltsamsten Kapitel zurück. Ab dem 17. Februar startet Virtual Boy – Nintendo Classics als Teil von Nintendo Switch Online + Expansion Pack. Dazu gibt’s sogar ein neues Zubehör, angelehnt an das originale Headset. Klingt mutig, fast schon nostalgisch. In der Praxis fühlt sich der Start allerdings erstaunlich unfertig an.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Start mit sieben Spielen statt kompletter Bibliothek
  2. Features? Auch nicht alles sofort
  3. Nostalgie mit angezogener Handbremse

Ein neuer Overview-Trailer zeigt ziemlich klar, was zum Launch drin ist – und was eben noch nicht.

Ein Start mit sieben Spielen statt kompletter Bibliothek

Der Virtual Boy hatte ohnehin nur 22 Spiele. Umso mehr fällt auf, wie dünn das Line-up zum Release ausfällt. Zum Start sind gerade einmal sieben Titel spielbar:
Wario Land, Teleroboxer, Galactic Pinball, Red Alarm, Golf, 3-D Tetris und The Mansion of Innsmouth.

Wer sich auch nur ansatzweise mit dem Virtual Boy beschäftigt hat, merkt sofort, was fehlt. Mario Tennis, das damalige Pack-in, ist nicht dabei. Mario Clash ebenso wenig. Beides soll später nachgereicht werden – im klassischen Nintendo-Tempo.

Bis Jahresende sollen diese Titel noch folgen:
Mario Tennis, Mario Clash, Jack Bros., Space Invaders, Virtual Bowling, Vertical Force, V-Tetris sowie die nie veröffentlichten Zero Racers und D-Hopper.

Gerade Letztere sind spannend, weil sie bisher nie offiziell spielbar waren. Dass ausgerechnet diese Neuheiten aber ebenfalls erst später kommen, wirkt unnötig gebremst.

Features? Auch nicht alles sofort

Wie bei anderen Retro-Kollektionen gibt es Rewind, Speicherpunkte und frei anpassbare Steuerung. Das ist solide, aber erwartet. Interessanter ist die Möglichkeit, die ikonische rote Darstellung des Virtual Boy zu ändern.

Spieler sollen später zwischen Gelb, Grün oder Grau wählen können, sobald die Linse „entfernt“ wird. Klingt nach einer sinnvollen Modernisierung für heutige Augen. Nur: Auch dieses Feature kommt nicht zum Launch, sondern irgendwann später im Jahr.

Warum man selbst solche Basics aufschiebt, bleibt unklar.

Nostalgie mit angezogener Handbremse

Dass Nintendo den Virtual Boy überhaupt zurückbringt, ist schon bemerkenswert. Das Gerät war ein kommerzieller Flop und lange eher Running Gag als Kultobjekt. Umso seltsamer ist es, dass der Relaunch so vorsichtig, fragmentiert und langsam ausgerollt wird.

Ein kleines Line-up, zentrale Spiele fehlen, sinnvolle Optionen kommen erst Monate später. Das fühlt sich weniger wie eine bewusste kuratierte Rückkehr an, sondern eher wie ein Projekt, das man nicht ganz zu Ende gedacht hat.

Der Virtual Boy war nie perfekt. Aber wenn man ihn schon rehabilitiert, hätte er zumindest einen runden Start verdient.


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️