Es fühlt sich an wie ein Stich ins Herz, wenn ein Studio, das so offen für seine visionären Rennspielideen gebrannt hat, plötzlich vor dem Abgrund steht. Drei Felder, zwölf Jahre, ein Team, das aus Liebe zu Chaos, Tempo und Crash-Physik geboren wurde – und jetzt diese Nachricht: Three Fields Entertainment hat seine komplette Belegschaft auf Redundancy Notice gesetzt.
- Wenn Leidenschaft allein nicht reicht
- Ideen, die nie das Licht der Welt sehen werden
- Ein Kreis schließt sich – und bricht zugleich
Wenn Leidenschaft allein nicht reicht
Wreckreation kam erst Ende Oktober raus – ein Rennspiel, das eher wie ein kreativer Sandkasten gedacht war, gebaut von Menschen, die einst Burnout erfanden und Crashrennen neu definierten. Seit dem Launch hat das Team jede freie Minute in Fixes, Features und Community-Wünsche gesteckt, während die Spielerzahlen im zweistelligen Bereich verharrten. Und genau darin liegt das Drama: Für ein unabhängiges Studio bedeutet so ein Start, dass Geld nicht in Monaten, sondern erst in ferner Zukunft fließt. Diese Zeit hatte Three Fields nicht mehr.
Fiona Sperry, die das Studio gemeinsam mit Alex Ward gegründet hat, schreibt offen darüber, dass sie das ganze Jahr über selbst finanziert haben – jede Post-Launch-Arbeit, jeden Patch, jedes Update. Und dass Publisher THQ Nordic weder Begeisterung noch Finanzierung für den Weg nach vorn bereitstellt. Es ist dieser stille Moment, in dem man merkt, wie brüchig kreative Freiheit manchmal wirklich ist.
Ideen, die nie das Licht der Welt sehen werden
Noch bitterer wird es, wenn Sperry andeutet, wie viel noch in der Pipeline war. Features, Updates, kleine wie große kreative Ideen, die Wreckreation stärken sollten. Dinge, die man nur plant, wenn man wirklich an sein Spiel glaubt und an die Community, die sich darum bilden könnte. All das hängt jetzt in der Luft, während die Entwickler:innen nicht wissen, ob es überhaupt eine Zukunft für diese Vision gibt.
Wreckreation hatte nie die Zahlen eines großen Live-Service-Titels, aber es war ein Herzensprojekt – eines, das auf Steam mit 199 gleichzeitigen Spielern startete und seit Wochen kaum über zwanzig hinauskommt. Für Triple-A ist das ein Randnotizwert, für ein kleines Studio ist es existenziell.
Ein Kreis schließt sich – und bricht zugleich
Ward und Sperry kommen aus der Rennspiel-DNA, die Burnout groß gemacht hat. Sie haben Criterion aufgebaut, bevor EA es in die Need-for-Speed-Pipeline eingezogen hat. Three Fields war ihr Befreiungsschlag, ihr Versuch, die alte Freude zurückzuholen – Crash-Momente, Spielplatz-Chaos, Experimentieren statt Live-Service-Schablone. Dass gerade dieses Studio so endet, trifft härter, als Zahlen es ausdrücken können.
Vielleicht wird es für Wreckreation irgendwann eine neue Chance geben. Vielleicht findet sich eine Finanzierung, vielleicht ein neuer Publisher, vielleicht ein zweites Leben. Aber gerade jetzt fühlt es sich an wie der Moment, in dem ein Team die Hand hebt und sagt: Wir wollten noch so viel tun – nur hat uns die Zeit davongetragen.
Veröffentlicht: 10. Dezember 2025 02:01 Uhr