Es gibt Wochen, da sortiert sich der Markt einmal komplett neu – und der diesjährige Black Friday gehört eindeutig dazu. Während PlayStation mit wuchtigen Rabatten fast die Hälfte des US-Marktes für sich eingesackt hat und Nintendo mit seinen Bundles gewohnt stabil blieb, ist Xbox in einer Position gelandet, die vielen Beobachtern kurz die Augenbraue hochgezogen hat: hinter PlayStation, hinter Nintendo und sogar hinter dem Nex Playground, einer kleinen Motion-Control-Konsole, die normalerweise eher Familien als Core-Gamer anzieht.
- Rabatte, Dynamiken und ein Außenseiter, der plötzlich vorne mitspielt
- „Promotional Weeks“ und der lange Schatten fehlender Rabatte
- Was die Zahlen wirklich sagen – und was nicht
Rabatte, Dynamiken und ein Außenseiter, der plötzlich vorne mitspielt
Circana hat die Zahlen geliefert, und sie erzählen eine ziemlich klare Geschichte. PlayStation kam auf 47 Prozent, Nintendo auf 24, und der Nex Playground schob sich mit 14 Prozent überraschend weit nach oben. Damit bleibt für Xbox weniger übrig – unterhalb dieser Marke, ohne dass konkrete Werte genannt wurden.
Dass der Nex Playground, ein Android-Gerät mit Bewegungssteuerung, überhaupt in diesen Bereich kommt, ist an sich schon bemerkenswert. Aber er hat etwas getan, das Xbox in dieser Woche kaum getan hat: mitgezogen, wenn der Markt signalisiert, dass Preisaktionen die Musik machen. Während PS5 und PS5 Pro auf ihre bisher tiefsten Preise gefallen sind und selbst der Nex Playground zehn bis fünfzig Dollar günstiger wurde, blieb Microsoft nahezu regungslos. Ein vier-Dollar-Rabatt auf die Series X im größten Shopping-Fenster des Jahres wirkt mehr wie ein Versehen als eine Strategie.
„Promotional Weeks“ und der lange Schatten fehlender Rabatte
Mat Piscatella von Circana hat das Verhalten der Woche ziemlich treffend auf Bluesky zusammengefasst: Black Friday ist ein reiner Promotion-Boost, und Hardware, die nicht mitzieht, bleibt schlicht stehen. Konsolen, die den Preis deutlich senken, erleben sprunghafte Nachfrage – alle anderen wirken, als hätte man ihnen auf der Startlinie die Schnürsenkel zusammengebunden.
Auch der größere Kontext spielt rein. Die Xbox Series-Konsolen hatten im Herbst eine erneute Preiserhöhung hinter sich, was besonders im Vergleich zur aggressiven PS5-Preisgestaltung auffällt. Während Sony sein Spitzenmodell mit Komplett-Rabatt raushaut und die Disc-Version auf ein Niveau drückt, das plötzlich wieder wie eine Einladung wirkt, bleibt die Series S und X preislich konstant – und damit unflexibel in einem Umfeld, in dem Flexibilität alles ist.
Was die Zahlen wirklich sagen – und was nicht
Es wäre zu einfach zu behaupten, Xbox sei plötzlich irrelevant. Black Friday spiegelt nicht das ganze Jahr, sondern vor allem die Bereitschaft wider, im entscheidenden Moment die Hand ans Steuer zu legen. Wenn man das nicht tut, übernimmt jemand anders – und in diesem Fall hat sogar der Nex Playground diese Chance genutzt und sich in die Top 3 geschoben.
Für Xbox wirkt das Ergebnis wie ein Weckruf, weniger ein Urteil. Aber selbst Weckrufe können laut sein, besonders wenn ein eigentlich unscheinbarer Familien-Tracker mit Bewegungssensoren plötzlich mehr US-Konsumenten überzeugt als eine Plattform, die seit Jahren um Marktanteile kämpft.
Veröffentlicht: 13. Dezember 2025 00:59 Uhr