Das Kickstarter‑MMO Ashes of Creation steht wenige Wochen nach seinem Early‑Access‑Start in Flammen. Am 11. Dezember 2025 ging das ambitionierte Fantasy‑Projekt live; jetzt werfen Unternehmensgründer Steven Sharif und mehrere leitende Mitarbeiter das Handtuch.
- Stretch Goals waren einfacher als Realität
- Der Creative Director hat den Server verlassen
- Steam sagt Nein
- Letzter Checkpoint vor Game Over
- Der Brand war kein Bug
Sharif behauptet, der Vorstand habe ihm die Kontrolle entzogen und unethische Vorgaben gemacht. Inzwischen häufen sich Entlassungen, das Spiel hat eine „überwiegend negative“ Bewertung, und enttäuschte Unterstützer fordern eine Rückerstattung. Ein Entwickler‑Update für den 13. Februar 2026 soll Antworten liefern.
Auf einen Blick
- 2017 über Kickstarter finanziert; sammelte mehr als 3,2 Millionen Dollar.
- Early Access seit dem 11. Dezember 2025; massiv negative Bewertungen.
- Director Steven Sharif und mehrere leitende Mitarbeiter treten zurück, nachdem der Vorstand die Kontrolle übernommen haben soll.
- Hunderte Angestellte wurden entlassen, Kommunikationsdirektorin Margaret Krohn bittet um Empathie.
- Unterstützer verlangen Rückerstattungen; Entwickler versprechen Update am 13. Februar 2026.
Stretch Goals waren einfacher als Realität
Ashes of Creation startete 2017 als Vision eines wegweisenden MMORPGs ohne Pay‑to‑Win‑Mechaniken. Die Kickstarter‑Kampagne brach Rekorde und sammelte über 3,2 Millionen Dollar.
Sie versprach eine dynamische Welt, in der Spieler Städte aufbauen und zerstören können. Doch das Projekt verschob sich mehrfach und kostete laut Schöpfer Steven Sharif deutlich mehr, als die Kampagne einbrachte.
Als das Spiel am 11. Dezember 2025 in den Early Access ging, war die Ernüchterung groß: zahlreiche Bugs, Serverprobleme und ein Mangel an Features führten zu einem „überwiegend negativen“ Steam‑Rating.
Der Creative Director hat den Server verlassen
In einem dramatischen offenen Brief erklärte Studio‑Chef Steven Sharif Anfang Februar, der Vorstand habe ihm die operative Kontrolle entzogen und ihn gezwungen, kurzfristige Monetarisierungsvorgaben umzusetzen.
Sharif trat daraufhin zurück, ebenso wie andere leitende Entwickler und Produzenten. Kommunikationsdirektorin Margaret Krohn bat die Community in einem Statement darum, die verbleibenden Mitarbeiter nicht zu beschimpfen, da viele von ihnen am selben Tag entlassen wurden.
Brancheninsider sprechen von hunderten Kündigungen. Der plötzliche Exodus bringt das Projekt ins Wanken und macht die Zukunft ungewiss.
Steam sagt Nein
Neben dem internen Chaos stehen die Backer unter Druck. Viele Early‑Access‑Käufer fühlen sich betrogen und fordern ihr Geld zurück. Einige argumentieren, sie hätten für eine Vollversion bezahlt, nicht für einen unfertigen Testlauf.
Da Kickstarter offiziell kein Onlineshop ist, sind Rückerstattungen schwierig. Dennoch zeigen die Rückgabe‑Threads auf Steam und im offiziellen Forum, wie wütend die Community ist.
Die Entwickler versprechen für den 13. Februar 2026 ein umfassendes Update, das Antworten liefern und einen Fahrplan skizzieren soll. Ob das reicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen, bleibt fraglich.
Letzter Checkpoint vor Game Over
Trotz des Chaos gibt es noch Fans, die an das ursprüngliche Konzept glauben. Sie hoffen, dass Sharif mit einem neuen Studio zurückkehren könnte oder der Vorstand das Spiel an ein erfahreneres Team übergibt. Andere sehen Ashes of Creation bereits als warnendes Beispiel für den Umgang mit Crowdfunding.
Sollte das kommende Entwickler‑Update überzeugen, könnte der Titel sich vielleicht aus der Asche erheben. Andernfalls dürfte das Spiel seinem Namen alle Ehre machen und tatsächlich in Schutt und Asche enden.
Der Brand war kein Bug
Für ein Spiel, das mit dem Wort „Ashes“ wirbt, ist der metaphorische Brand leider Realität geworden. Die Mischung aus chaotischer Unternehmensführung, enttäuschenden frühen Versionen und enttäuschten Geldgebern hat das Projekt in Rekordzeit heruntergebrannt.
Ironischerweise könnte der wichtigste Spielinhalt momentan darin bestehen, zu beobachten, wie schnell ein Traum verkohlt. Vielleicht hätte man von Anfang an einen Feuerwehrhelm im Stretch Goal aufnehmen sollen.
Veröffentlicht: 9. Februar 2026 11:22 Uhr