Wildlight Entertainment hat nur 16 Tage nach Launch von Highguard den Großteil seines Entwicklerteams entlassen. Das Free-to-Play-Shooter-Projekt, das von ehemaligen Apex Legends Veteranen entwickelt wurde, verlor nach anfänglich hohem Interesse rapide an Spielerzahlen.
- Von Apex zu Abfindung
- Von Hype zu Crash in zwei Wochen
- Ambitionierte Roadmap, ungewisse Zukunft
- GDC-Umfrage: Ein Drittel der US-Branche betroffen
- Tag 17 kam nicht
Die Layoffs reihen sich ein in eine brutale Entlassungswelle, die im Februar 2026 auch Riot Games und andere Studios traf.
Auf einen Blick
- Wildlight Entertainment entlässt den Großteil der Highguard-Entwickler nur 16 Tage nach Release
- Highguard startete am 26. Januar 2026 als Free-to-Play-Shooter für PC, Xbox Series X|S und PS5
- Laut ehemaligen Mitarbeitern wurde „die Mehrheit” des rund 100-köpfigen Teams entlassen
Riot Games kündigte zeitgleich 80 Entwickler von 2XKO – rund die Hälfte des Projektteams - GDC-Umfrage 2026: 33 Prozent der US-Gaming-Branche wurden in den letzten zwei Jahren entlassen
Von Apex zu Abfindung
Am 26. Januar 2026 ging Highguard live. Ein PvP-Raid-Shooter von Wildlight Entertainment, gegründet von Dusty Welch und Chad Grenier – beide ehemalige Respawn-Entwickler, die an Apex Legends gearbeitet hatten. Das Studio bestand aus rund 100 Mitarbeitern, viele davon Veteranen aus der Apex-Ära.
Die Hoffnung: Ein kompetitiver Shooter, der Belagerungsmechaniken mit eskalierenden Machtkämpfen kombiniert. Das Resultat: 16 Tage später Massenentlassungen.
Wildlight bestätigte die Layoffs am 12. Februar in einem Statement.
„Wir mussten heute die unglaublich schwierige Entscheidung treffen, uns von einer Anzahl unserer Teammitglieder zu trennen”, heißt es. Eine „Kerngruppe von Entwicklern” werde das Spiel weiterentwickeln. Wie groß diese Kerngruppe ist, ließ das Studio offen.
Ehemalige Mitarbeiter sprechen von der „Mehrheit” des Teams, das gehen musste. Exakte Zahlen wurden nicht genannt, aber bei einem Studio mit 100 Leuten dürfte es mindestens 50 bis 70 Entlassungen gegeben haben.
Von Hype zu Crash in zwei Wochen
Highguard wurde erstmals bei den Game Awards 2025 als „One More Thing” enthüllt – eine Präsentation, die bei vielen Zuschauern auf Ablehnung stieß. Denn Highguard war erkennbar ein weiterer Live-Service-Shooter in einem Markt, der bereits von gescheiterten Titeln wie Concord (nach zwei Wochen eingestellt) überschwemmt ist.
Trotzdem startete Highguard mit soliden Zahlen. Die ersten Tage sahen hohe Spielerzahlen und Interesse in der Community. Doch dann brach das Engagement ein. Spieler bemängelten repetitives Gameplay, fehlende Langzeitmotivation und unausgewogenes Balancing.
Innerhalb von zwei Wochen sanken die aktiven Nutzerzahlen drastisch. Für ein Free-to-Play-Spiel, das auf Mikrotransaktionen und Season-Pässe setzt, ist das ein Todesurteil. Ohne stabile Player-Base keine Einnahmen. Ohne Einnahmen keine Rechtfertigung für ein 100-köpfiges Team.
Ambitionierte Roadmap, ungewisse Zukunft
Besonders bitter: Wildlight hatte eine ambitionierte Roadmap für 2026 vorbereitet. Sieben „Episoden” sollten bis Dezember erscheinen, mit neuen Basen, Wardens, Waffen und Modi.
Ein ehemaliger Mitarbeiter, der auf LinkedIn postete, deutete an, dass viel von diesem Content nie das Licht der Welt sehen wird. „Es schmerzt wirklich, da es eine Menge unveröffentlichten Content gab, auf den ich und andere mich gefreut hatten”, schrieb er.
Die Layoffs bei Wildlight sind kein Einzelfall. Riot Games kündigte zeitgleich 80 Entwickler von 2XKO, dem League-of-Legends-Fighter, der erst am 20. Januar 2026 erschien. Laut Riot erreichte das Spiel nicht die nötigen Engagement-Zahlen, um das Team in voller Größe zu rechtfertigen.
Auch 10 Chambers, das Studio hinter GTFO, bestätigte „umfangreiche” Entlassungen im Zuge der Arbeit an Den of Wolves.
GDC-Umfrage: Ein Drittel der US-Branche betroffen
Die Dimension der Krise zeigt die jährliche GDC State of the Game Industry Survey 2026. Von über 2.300 befragten Branchenprofis gaben 28 Prozent an, in den letzten zwei Jahren entlassen worden zu sein. In den USA liegt die Quote bei 33 Prozent, also jeder dritte Entwickler.
17 Prozent verloren ihren Job allein in den letzten zwölf Monaten. Die Hälfte aller Befragten berichtete, dass ihr aktueller oder letzter Arbeitgeber Layoffs durchgeführt hat.
Besonders betroffen: AAA-Studios. 66 Prozent der Befragten aus großen Studios gaben an, dass ihr Arbeitgeber Entlassungen vorgenommen hat – bei Indies waren es 33 Prozent.
Die Gründe sind vielfältig: übermäßige Expansion während der Pandemie, gescheiterte Live-Service-Projekte, steigende Entwicklungskosten und der Druck von Investoren, schnell Profitabilität zu erreichen.
Tag 17 kam nicht
Highguard startete mit Hoffnung und endete mit Massenentlassungen – 16 Tage sind selbst für Live-Service-Verhältnisse rekordverdächtig kurz. Das Studio hatte Pläne bis Dezember. Die meisten Entwickler haben jetzt Pläne bis nächste Woche.
Veröffentlicht: 17. Februar 2026 11:12 Uhr