Blizzard will wieder planbarer werden. Nach Jahren mit langen Pausen, Umbrüchen und internen Turbulenzen formuliert Präsidentin Johanna Faries nun ein klares Ziel. Künftig sollen pro Jahr mindestens ein bis zwei große Veröffentlichungen erscheinen. Keine vage Vision, sondern ein bewusst gesetzter Rhythmus, der sowohl Teams als auch Fans Orientierung geben soll.
- Fokus auf vorhandene Stärken
- Verlässlichkeit statt Überraschungen
- Mehr Transparenz für die Entwickler
- Overwatch als Beispiel für den neuen Ansatz
- Ein Blizzard mit Plan
Im Gespräch mit Bloomberg beschreibt Faries einen Kurs, der stärker auf bestehende Marken setzt und weniger auf riskante Ausreißer. Blizzard habe ikonische IP, sagt sie, und diese hätten noch längst nicht ihr Ende erreicht.
Fokus auf vorhandene Stärken
Für Faries liegt der Schlüssel nicht darin, ständig neue Welten zu eröffnen, sondern die bestehenden konsequent weiterzuentwickeln. Blizzard wolle sich stärker auf das konzentrieren, was bereits da ist und wachsen kann. Neue Ideen schließt sie nicht aus, doch im Moment gehe es darum, die eigenen Karten richtig auszuspielen.
Dieser Ansatz wirkt bewusst bodenständig. Statt alles gleichzeitig zu wollen, setzt Blizzard auf Klarheit im Portfolio und auf Releases, die nicht nur groß gedacht, sondern auch realistisch umsetzbar sind.
Verlässlichkeit statt Überraschungen
Ein zentrales Stichwort in Faries’ Aussagen ist Verlässlichkeit. Sie spricht davon, dass Fans wissen wollen, was als Nächstes kommt. Nicht im Detail, aber im Gefühl. Dass Blizzard präsent ist, liefert und nicht jahrelang verschwindet.
Die Idee dahinter ist einfach. Ein regelmäßiger Release-Rhythmus schafft Vertrauen. Für Spieler:innen genauso wie für die Teams, die an den Projekten arbeiten. Blizzard soll wieder berechenbar werden, ohne dabei an Ambition zu verlieren.
Mehr Transparenz für die Entwickler
Ein weiterer Fokus ihrer Präsidentschaft liegt auf interner Transparenz. Faries betont, dass Entwickler:innen heute deutlich besser darüber informiert seien, wie ihre Projekte wirtschaftlich stehen und wohin sich ihre Franchises entwickeln. Situationen wie bei Overwatch 2, als Teams überraschend keine Boni erhielten, sollen sich nicht wiederholen.
Nach ihrer Darstellung weiß heute jedes Franchise-Team, wo es in drei Jahren stehen soll. Ziele, Budgets, Zeitpläne. Nicht als starre Vorgaben, sondern als gemeinsame Grundlage.
Overwatch als Beispiel für den neuen Ansatz
Faries nutzt Overwatch, um zu erklären, wie Blizzard künftig denkt. Welche Inhalte wollen Fans sehen. Welche Rolle spielt das Franchise außerhalb des Spiels. Wo soll es im Genre stehen. Und was braucht es, um dorthin zu kommen, ohne sich zu übernehmen.
Teams sollen selbst definieren, welche Wetten sie eingehen wollen. Welche Talente sie dafür brauchen, wie lange es dauert und was Erfolg am Ende bedeutet. Für Faries ist das kein Kontrollinstrument, sondern ein Weg, ambitionierte Ziele mit realistischen Zeitfenstern zu verbinden.
Ein Blizzard mit Plan
Die Aussage, ein bis zwei große Releases pro Jahr anzustreben, klingt simpel. In der Vergangenheit wäre sie fast banal gewesen. Heute ist sie ein Signal. Blizzard will nicht mehr nur reagieren, sondern wieder vorausdenken.
Ob dieser Plan aufgeht, wird sich erst zeigen. Klar ist aber, dass Blizzard unter Johanna Faries versucht, Struktur zurückzugewinnen. Weniger Chaos, mehr Richtung. Und vielleicht genau das, was das Studio lange gebraucht hat.
Veröffentlicht: 30. Dezember 2025 22:00 Uhr