CD Projekt hat im aktuellen Earnings Call klargemacht, wie ambitioniert die Zukunft des Witcher-Universums tatsächlich werden soll. Die nächste Witcher-Trilogie soll innerhalb eines Sechsjahresfensters erscheinen. Eine Aussage, die sofort hängenbleibt, weil sie im starken Kontrast zur vergangenen Dekade steht. Und weil sie zeigt, wie sehr das Studio auf einen neuen Produktionsrhythmus setzt.
- Ein neuer Motor, ein neuer Takt
- Witcher 4 kommt später, als viele gehofft hatten
- Eine Trilogie im Drei-Jahres-Takt
- Zwischen Ambition und Erwartungsdruck
Ein neuer Motor, ein neuer Takt
Die Frage kam aus dem Investorenraum und zielte auf Unreal Engine 5 ab. Ob die neue Engine dazu beitrage, dass die kommende Trilogie in kürzeren Abständen erscheine. CEO Michał Nowakowski bestätigte zwei Dinge gleichzeitig. Zum einen entwickle sich UE5 schneller und zuverlässiger, zum anderen lerne das Team gerade massiv, wie sich ein riesiges Open-World-Projekt wie The Witcher 4 auf dieser Basis effizienter bauen lässt. Genau daraus ergibt sich für CDPR die Hoffnung auf kürzere Zyklen zwischen den Teilen.
Er spricht es am Ende deutlich aus: TW4, TW5 und TW6 sollen in einem durchgehenden Takt erscheinen, und zwar so, dass die komplette Trilogie in sechs Jahren abgeschlossen sein könnte. Ein selbstbewusstes Ziel – gerade wenn man die Vorgeschichte kennt.
Witcher 4 kommt später, als viele gehofft hatten
Bevor der Blick in die Zukunft ging, musste Nowakowski eine Klarstellung liefern: The Witcher 4 befindet sich zwar in der Vollproduktion, wird aber nicht im kommenden Jahr erscheinen. Damit steht fest, dass zwischen TW3 und TW4 mehr als ein Jahrzehnt liegen wird, ein Zeitraum, der die Last der Erwartungen noch etwas erhöht. Mehr sagte CDPR zum genauen Timing nicht, aber „post-2026“ lässt wenig Raum für Optimismus bei jenen, die auf einen schnellen Start ins neue Kapitel hoffen.
Eine Trilogie im Drei-Jahres-Takt
Die interne Planung liest sich fast wie ein Gegenentwurf zu früheren Entwicklungsrealitäten. Statt eines monolithischen Mammutprojekts will CDPR offenbar eine Pipeline etablieren, die alle drei Jahre ein Witcher-Spiel hervorbringen kann. Unreal Engine 5 soll diese Struktur stützen, ebenso wie klarere Produktionsphasen und parallele Teams.
Parallel arbeitet ein kleineres Team an der offiziellen Witcher-1-Neuauflage – ebenfalls auf UE5 – während das große Asset- und Welt-Team voll auf TW4 konzentriert bleibt. Es ist der Versuch, das Universum weiterzuentwickeln, ohne wieder in jahrelange Funkstille abzurutschen.
Zwischen Ambition und Erwartungsdruck
CDPR wirkt in seinen Aussagen nüchtern, aber man spürt, wie sehr das Studio aus den vergangenen Jahren gelernt hat. Die Vision ist groß, aber das Ziel ist diesmal ein klarer, strukturierter Rhythmus: weniger Kaugummi-Entwicklungszeit, mehr Verlässlichkeit, mehr Momentum.
Ob sich das Tempo wirklich halten lässt, wird sich erst zeigen, wenn Witcher 4 den Startschuss setzt. Bis dahin bleibt nur diese Mischung aus Vorfreude und vorsichtigem Realismus, die Witcher-Fans seit Jahren begleitet – jetzt aber mit einem greifbaren Versprechen: Die nächste große Sage soll nicht wieder im Nebel verschwinden.
Veröffentlicht: 8. Dezember 2025 23:10 Uhr