Die CODA-Mitglieder gegen OpenAI
CODA

CODA-Mitglieder fordern Stopp von OpenAI-Training

In Japan formiert sich Widerstand gegen KI-Training mit urheberrechtlich geschütztem Material. Die Content Overseas Distribution Association (CODA), ein Zusammenschluss führender Manga-, Anime- und Spielefirmen, hat OpenAI offiziell aufgefordert, keine Inhalte ihrer Mitglieder mehr für das Training von Sora zu verwenden.

Japanische Publisher ziehen Grenzen

Zu CODAs Mitgliedern zählen einige der größten Namen der Branche. Darunter fallen etwa Square Enix, Bandai Namco, Cygames und Kadokawa, die Muttergesellschaft von FromSoftware. In einer Mitteilung erklärte die Organisation, man habe festgestellt, dass „ein großer Teil der von Sora 2 erzeugten Inhalte japanischen Werken oder Bildern stark ähnelt“. CODA sieht darin ein klares Anzeichen, dass urheberrechtlich geschütztes Material ohne Zustimmung als Trainingsdaten genutzt wurde.

Der Verband reichte seine Beschwerde am 27. Oktober ein. Außerdem forderte sie OpenAI auf, sicherzustellen, dass „Inhalte der Mitglieder nicht ohne Genehmigung für maschinelles Lernen verwendet werden“. Zudem solle das Unternehmen „auf alle Anfragen zu möglichen Urheberrechtsverletzungen offen und ernsthaft reagieren“.

Möglicher Präzedenzfall für Japans Urheberrecht

Ob CODA rechtliche Schritte einleitet, bleibt vorerst offen. In der Stellungnahme heißt es jedoch, dass „die Vervielfältigung während des maschinellen Lernprozesses eine Urheberrechtsverletzung darstellen kann“. Nach japanischem Recht gibt es derzeit keine Möglichkeit, sich im Nachhinein von einer solchen Haftung freizusprechen. Das ist ein Punkt, der das Thema besonders brisant macht.

Der Politiker Akihisa Shiozaki hatte bereits zuvor betont, dass Japan als Land der Kreativen eine Vorreiterrolle einnehmen müsse: „Wir müssen eine Gesellschaft gestalten, die technologische Fortschritte nicht fürchtet, aber die menschliche Würde wahrt.“

Mit der Intervention von CODA rückt nun eine Frage ins Zentrum, die die gesamte globale Kreativwirtschaft betrifft – wem gehört eigentlich das Wissen einer Maschine?


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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️