Der Handheld-Goldrausch geht weiter: Lenovo Legion Go 2-Prototypen tauchen online auf

Eine frühe Version des kommenden Lenovo Legion Go 2 ist auf BiliBili, einer chinesischen Social-Media-Plattform, aufgetaucht. Das Gerät wurde auf der CES 2025 vorgestellt und war eines der ersten offiziellen Partnerprodukte von Chip-Hersteller AMD mit dessen Z2 Extreme. Trotz der sieben Monate seit der Ankündigung ist dies das erste Mal, dass die Öffentlichkeit ein Lenovo-Handheld der neuen Generation in die Hand bekommt. 

Niemand kann es mit Sicherheit bestätigen, aber laut einem Reddit-Post liegt das daran, dass eine Fabrik geschlossen wurde. Alle Entwicklungskits stammen offenbar von dort und sind auf der Second-Hand-Plattform GoFish (Xianyu) gelandet. Laut VideoCardz ist diese Seite ein Sammelbecken für diverse Engineering-Samples und Ähnliches.

Ein großes Problem ist, dass man nicht einmal belastbare Daten zum Z2 Extreme-Chip erhält. Der Prototyp ist mit der Vorgängergeneration Z1 Extreme ausgestattet und dient offenbar hauptsächlich dazu, sicherzustellen, dass das aktuelle Gerät funktioniert, bevor der nächste Produktionsschritt folgt.

Die Specs des Legion Go 2 sehen vielversprechend aus – auch ohne Z2-Chip

Abgesehen vom fehlenden neuen Chip scheint der Prototyp bereits die kommenden Features zu bieten. Dazu gehört ein OLED-Display mit 144 Hz Bildwiederholrate. Unterstützt wird zudem eine variable Bildwiederholfrequenz (VRR), sodass auch Spiele, die nicht ganz flüssig laufen, optisch glatt erscheinen. Ebenso gibt es den großen 74-Wattstunden-Akku, der den Asus ROG Ally X etwas praktischer macht als die Nicht-X-Variante. 

Laut dem Video verfügt der Prototyp über 32 GB RAM – ein wichtiger Faktor, je weiter solche Handhelds sich entwickeln. Die in diesen Geräten eingesetzten APU-Chips vereinen Grafik- und Prozessor-Einheiten auf einem Chip, teilen sich dabei den Speicher.

Beim 32-GB-Modell des Ayaneo 3 kann man bis zu 16 GB RAM flexibel zwischen Grafik und System aufteilen, was mehr Spielraum für anspruchsvolle Games bietet. Dasselbe Konzept gilt auch hier, allerdings hoffentlich mit einer geschmeidigeren Umsetzung.

Ich habe den originalen Legion Go getestet und kam damit überhaupt nicht klar. All diese neuen Features klingen auf dem Papier zwar super, doch wenn Software und Controller ähnliche Probleme wie damals haben, wird es wieder ein Kopfschmerzgerät.

Lenovo greift beim Handheld-Rennen zum dritten Mal an

Der Markt für Handheld-PCs erlebt seit dem Aufstieg von Valve einen regelrechten Goldrausch. Zwar ist das Steam Deck heute nicht mehr das leistungsstärkste Gerät, doch dank seines „abgerundeten“ Gesamtpakets bleibt es die Nummer eins. Einige Spiele laufen zwar wegen merkwürdiger Anti-Cheat-Maßnahmen nicht unter Linux, aber es funktioniert eben.

Ein großes Problem dieser Windows-Handhelds ist das Betriebssystem Windows selbst. Es ist nicht für diesen Formfaktor konzipiert, und alle speziellen Schwierigkeiten mit Windows 11 schmälern das Erlebnis. Microsoft will das später in diesem Jahr mit den Asus-Partnergeräten ROG Xbox Ally angehen. Das Legion Go war möglicherweise das schlechteste Gerät, geprägt von mieser Software und einem Versuch, zu viel auf einmal zu machen, anstatt sich auf ein ordentliches Gaming-Erlebnis zu konzentrieren.

Lenovo ist inzwischen mit dem Legion Go S zurück ans Reißbrett gegangen und liefert das Gerät sowohl mit Windows als auch mit SteamOS. Die Windows-Version nutzt den Z1 Extreme, die Linux-basierte SteamOS-Version den schwächeren, eher vergleichbaren Z2 Go-Chip wie beim Steam Deck. Zum Glück scheint Linux auf dem Legion Go 2-Prototypen ohne Probleme zu laufen.

Ein offizielles Veröffentlichungsdatum steht noch aus, Gerüchte deuten jedoch auf einen Launch im September hin. Der Preis dürfte hoch ausfallen.

 


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Micha Porth
Gaming Geek
Ich lebe Games – seit der ersten LAN-Party im Keller bis zum 100. Indie-Hit auf Steam. Als Gaming-Journalist zerlege ich Spielmechaniken, grinde durch Storys und verliere mich in Lore-Datenbanken wie andere in Netflix-Serien. Egal ob Soulslike-Pain, cozy Farming-Sim oder Battle-Royale-Stress – ich spiel’s, fühl’s und schreib drüber. Mein Ding: Hinter die Kulissen schauen, Trends checken und zeigen, warum Games mehr sind als nur Pixel und Highscores. Respawn? Immer. Neugier? Unendlich.