Dragon Quest 7 war nie ein Spiel für Ungeduldige. Genau das ist der Kern des Problems und der Ausgangspunkt für Dragon Quest 7 Reimagined. Square Enix greift nicht zur Nostalgiekeule, sondern zur Struktur.
- Ein Klassiker mit eingebauter Bremse
- Struktur statt Stillstand
- Frisches vom Feed
- Puppen, Proportionen, Präzision
- Kämpfe unter Kontrolle
- Der Anspruch hinter dem Versprechen
Ein Klassiker mit eingebauter Bremse
Dragon Quest 7 gilt vielen als erzählerischer Sonderfall der Reihe. Die Geschichte entfaltet sich in abgeschlossenen Insel-Episoden, die erst spät zu einem größeren Ganzen zusammenfinden. Dieses Konzept bleibt bestehen, wird aber neu angeordnet. Takeshi Ichikawa benennt offen, was Fans lange kritisiert haben: Das Spiel ist zu lang, zu langsam und zu zeitfressend.
Bemerkenswert ist, dass diese Einschätzung ausgerechnet vom Producer selbst kommt. Ichikawa gibt an, das Original früher abgebrochen zu haben. Diese Perspektive prägt die Reimagined-Version sichtbar. Ziel ist nicht Bewahrung um jeden Preis, sondern Verdichtung.
Struktur statt Stillstand
Der größte Eingriff betrifft das Szenario. Episoden wurden neu sortiert, teilweise optional gemacht oder komplett gestrichen. Andere Inhalte entstanden neu, inklusive zusätzlicher Hintergrundgeschichten. Square Enix spricht hier nicht von Kürzungen, sondern von “Neugewichtung”. Jede Änderung erfolgte laut Ichikawa in enger Abstimmung mit Yuji Horii, dem Schöpfer der Dragon-Quest-Reihe.
Das Risiko ist offensichtlich: Entfernte Inseln sind kein Detail, sondern Substanz. Die Entwickler:innen setzen darauf, dass ein klarerer Erzählfluss schwerer wiegt als Vollständigkeit. Dragon Quest 7 Reimagined versteht sich damit weniger als Archivversion, sondern als kuratierte Fassung.
Frisches vom Feed
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Puppen, Proportionen, Präzision
Visuell geht das Remake einen eigenständigen Weg. Die neuen Figuren wirken bewusst puppenhaft. Grundlage sind Toriyamas ursprünglich kürzere und rundere Designs. Um diesen Look umzusetzen, ließ das Team reale Puppen bauen und scannte sie ein. Der Aufwand war hoch und technisch nicht reibungslos, ist aber zentral für den neuen Stil.
Diese Ästhetik ist kein Selbstzweck. Sie unterstützt die klarere Lesbarkeit von Szenen und Figuren. Kritik an Dragon Quest 7 bezog sich nie auf die Optik, doch Reimagined nutzt das visuelle Update als Verstärker für den strukturellen Umbau.
Kämpfe unter Kontrolle
Auch das Kampfsystem dient der Straffung. Sichtbare Gegner bleiben erhalten, damit liegt die Entscheidung bei den Spielenden. Kämpfe lassen sich suchen oder vermeiden. Ergänzt wird das durch höhere Geschwindigkeiten, Auto-Battle und das sofortige Ausschalten schwacher Gegner auf der Karte.
Gleichzeitig sollen Bosskämpfe an Tiefe gewinnen. Neue Burst-Attacken und erweiterte Job-Kombinationen setzen auf gezielte Planung statt Ausdauer.
Der Anspruch hinter dem Versprechen
Square Enix nennt Dragon Quest 7 Reimagined die Masterpiece-Version. Das soll kein Marketingbegriff ohne Inhalt sein, sondern eine klare Positionierung. Dieses Remake will bewerten, auswählen und verändern. Ob das aufgeht, entscheidet sich nicht an Technik oder Umfang, sondern daran, ob die Struktur und das Tempo tatsächlich tragfähig sein werden.
Der Release am 5. Februar 2026 wird zeigen, ob dieser Eingriff mit Skalpell überzeugt oder alte Wunden neu öffnet. Für 59,99 Euro könnt ihr es auf allen gängigen Plattformen selbst ausprobieren.



Veröffentlicht: 19. Januar 2026 11:07 Uhr