EA schaltet Spiele ab: Anthem, Sims Mobile & Co. vor dem Aus

Electronic Arts zieht den Stecker: Mehrere Online-Titel werden in den kommenden Wochen dauerhaft abgeschaltet. Bereits am 12. Januar 2026 endet die Reise für Anthem, gefolgt von The Sims Mobile am 24. Januar, NBA Live 19 am 30. Januar und später Real Racing 3 am 19. März.

Inhaltsverzeichnis
  1. Javelins landen hart: Warum Anthem einfach verschwindet
  2. Vom Pool zum Offline-Sims-Haus: Mobile-Spiele fallen leise um
  3. NBA Live 19: Wenn der letzte Wurf schon Jahre zurückliegt
  4. Real Racing 3: Wenn selbst Dauerläufer nicht ewig fahren
  5. Wirtschaft schlägt Erinnerung: Warum Publisher so handeln
  6. Am Ende bleibt nur der Login-Screen im Kopf

Die Serverabschaltungen werfen Fragen nach Besitz, Transparenz und dem Umgang mit Live-Service-Spielen auf – und lassen Fans um ihre virtuellen Welten trauern.

Auf einen Blick

  • Anthem wird am 12. Januar 2026 vollständig abgeschaltet und ist danach unspielbar
  • The Sims Mobile verliert am 24. Januar 2026 seine Online-Funktionen
  • NBA Live 19 folgt am 30. Januar 2026
  • Real Racing 3 geht am 19. März 2026 offline
  • Die Abschaltungen betreffen ausschließlich serverabhängige Funktionen

Javelins landen hart: Warum Anthem einfach verschwindet

Vor sechs Jahren erschien Anthem als ambitionierter Loot-Shooter mit permanenter Online-Anbindung. Flugmechanik, Koop-Ansatz und Live-Service-Struktur waren von Anfang an auf Serverbetrieb ausgelegt. Nach einem holprigen Start, ausbleibenden Inhaltsupdates und einem abgesagten Neustart entschied sich EA schließlich für den radikalsten Schritt.

Ab dem 12. Januar 2026 ist Anthem nicht mehr startbar. Selbst Solo-Missionen bleiben gesperrt, da das Spiel vollständig an die Serverinfrastruktur gebunden ist.

Für Besitzer bedeutet das: Die gekaufte Kopie existiert weiter im Account, ist aber faktisch wertlos. Anthem wird damit nicht eingestellt, sondern technisch ausgelöscht.

Vom Pool zum Offline-Sims-Haus: Mobile-Spiele fallen leise um

Auch The Sims Mobile trifft es. Der 2018 gestartete Ableger sollte klassische Lebenssimulation auf Smartphones bringen und setzte stark auf In-App-Käufe und Online-Events. Am 24. Januar 2026 endet der Serverbetrieb, womit soziale Features, Shop-Inhalte und Events wegfallen.

Einzelne Offline-Elemente könnten erhalten bleiben, doch Fortschritt, Käufe und langfristige Spielziele verlieren ihren Sinn. Für viele Spieler ist das besonders bitter, weil Mobile-Games oft über Jahre hinweg parallel zum Alltag laufen – und entsprechend viel Zeit und Geld gebunden haben.

NBA Live 19: Wenn der letzte Wurf schon Jahre zurückliegt

NBA Live 19 markierte einst den Versuch, EAs Basketball-Reihe neu zu beleben. Kommerziell blieb der Erfolg aus, weitere Ableger folgten nie. Nun endet auch der Online-Betrieb dieses letzten Serienteils am 30. Januar 2026.

Damit verschwinden Online-Ligen, Multiplayer-Matches und dynamische Inhalte endgültig. Offline-Modi bleiben spielbar, doch der Kern moderner Sportspiele – Aktualität und Wettbewerb – ist damit Geschichte.

Für Fans fühlt sich das weniger wie ein Shutdown an, sondern eher wie das endgültige Zuschrauben eines lange vergessenen Archivs.

Real Racing 3: Wenn selbst Dauerläufer nicht ewig fahren

Real Racing 3 galt lange als Ausnahme im Mobile-Markt: technisch anspruchsvoll, regelmäßig erweitert und über Jahre erfolgreich. Am 19. März 2026 endet jedoch auch hier der Serverbetrieb.

Ohne Online-Anbindung funktionieren zentrale Spielsysteme nicht mehr. Fortschritt, Events und Monetarisierung sind serverseitig geregelt.

Das Spiel bleibt zwar installiert, ist aber praktisch nicht mehr nutzbar. Selbst ein langlebiges Mobile-Game ist damit nur so dauerhaft wie sein Backend.

Wirtschaft schlägt Erinnerung: Warum Publisher so handeln

Serverabschaltungen folgen einer nüchternen Logik. Sinkende Spielerzahlen, Wartungskosten und fehlende Monetarisierung machen den Betrieb unrentabel. Für Publisher ist der Schritt rational, für Spieler emotional.

Das Problem liegt weniger in der Abschaltung selbst, sondern in der fehlenden Trennung zwischen Besitz und Nutzbarkeit. Wer ein Spiel kauft, erwartet zumindest eine grundlegende Offline-Option.

Bei rein servergebundenen Titeln existiert diese nicht. Der Kauf wird zur Leihgabe ohne Enddatum – und ohne Garantie.

Am Ende bleibt nur der Login-Screen im Kopf

Mit jeder Abschaltung wird deutlicher, wie fragil digitale Spielewelten sind. Anthem, The Sims Mobile, NBA Live 19 und Real Racing 3 verschwinden nicht, weil sie schlecht waren, sondern weil sie sich nicht mehr rechnen.

Was bleibt, sind Erinnerungen, Videos und Forenposts. Vielleicht werden diese Spiele irgendwann als Beispiele in Debatten über digitale Besitzrechte dienen. Bis dahin gilt: Ein Spiel ohne Server ist kein Spiel mehr – sondern nur noch ein Icon auf der Festplatte.


The Escapist wird von unseren Lesern unterstützt. Wenn jemand über Links auf unserer Website Geld einsetzt, dann erhalten wir möglicherweise eine kleine Affiliate-Provision. Erfahren Sie mehr in unseren Affiliate-Richtlinien.
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Javelins landen hart: Warum Anthem einfach verschwindet
  2. Vom Pool zum Offline-Sims-Haus: Mobile-Spiele fallen leise um
  3. NBA Live 19: Wenn der letzte Wurf schon Jahre zurückliegt
  4. Real Racing 3: Wenn selbst Dauerläufer nicht ewig fahren
  5. Wirtschaft schlägt Erinnerung: Warum Publisher so handeln
  6. Am Ende bleibt nur der Login-Screen im Kopf
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Javelins landen hart: Warum Anthem einfach verschwindet
  2. Vom Pool zum Offline-Sims-Haus: Mobile-Spiele fallen leise um
  3. NBA Live 19: Wenn der letzte Wurf schon Jahre zurückliegt
  4. Real Racing 3: Wenn selbst Dauerläufer nicht ewig fahren
  5. Wirtschaft schlägt Erinnerung: Warum Publisher so handeln
  6. Am Ende bleibt nur der Login-Screen im Kopf
Verwandte Inhalte
Inhaltsverzeichnis
  1. Javelins landen hart: Warum Anthem einfach verschwindet
  2. Vom Pool zum Offline-Sims-Haus: Mobile-Spiele fallen leise um
  3. NBA Live 19: Wenn der letzte Wurf schon Jahre zurückliegt
  4. Real Racing 3: Wenn selbst Dauerläufer nicht ewig fahren
  5. Wirtschaft schlägt Erinnerung: Warum Publisher so handeln
  6. Am Ende bleibt nur der Login-Screen im Kopf
Author
Image of Ben Touati
Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.