Fortnite gewinnt vor Gericht: US‑Berufungsrichter setzen Google unter Druck

In einem überraschenden Urteil hat das 9. US-Berufungsgericht Googles Antrag abgelehnt, die Reform seines Play-Stores aufzuschieben. Der Tech-Konzern muss innerhalb weniger Monate alternative App-Stores zulassen und die Gebührenstruktur öffnen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Battle Royale: Fortnite vs. Android
  2. Countdown-Timer für Google
  3. Victory Emote von Tim Sweeney
  4. Die Branche ist wie immer im Wandel

Damit erhält der Streit zwischen Epic Games und Google eine neue Dynamik. Und Tim Sweeney, der CEO von Epic, jubelt.

Battle Royale: Fortnite vs. Android

Der Konflikt begann 2020, als Epic den In-Game-Store von Fortnite an Google vorbei betreiben wollte. Google warf das Spiel daraufhin aus dem Play Store, woraufhin Epic klagte. Ein kalifornisches Gericht gab Epic 2024 Recht und verpflichtete Google, seinen Store zu öffnen.

Google beantragte eine Aussetzung des Urteils, doch das Berufungsgericht verwarf die Bitte nun ohne Gegenstimmen. Die Richter begründeten ihren Entscheid mit „zahlreichen Belegen für wettbewerbswidriges Verhalten“ des Konzerns.

Countdown-Timer für Google

Nach dem Urteil muss Google Entwicklern alternative Bezahlmethoden ohne Aufschläge ermöglichen und konkurrierende App-Stores auf Android-Geräten zulassen. Zudem darf der Konzern Herstellern keine Zahlungen mehr anbieten, damit sie den Play Store vorinstallieren. Diese Klausel schloss kleine Anbieter bislang aus.

Für einige Änderungen hat Google 30 Tage Zeit; andere müssen innerhalb von zehn Monaten umgesetzt werden. Der Konzern kann noch vor den Supreme Court ziehen, doch die Erfolgsaussichten gelten als gering.

Victory Emote von Tim Sweeney

Epic-CEO Tim Sweeney feierte das Urteil als „Gesamtsieg für Entwickler“ und twitterte, dass Google nur 30 Tage habe, „ALLE ENTWICKLER“ von Junk-Gebühren zu befreien. Es ist zu erwarten, dass Epic den eigenen Android-Store nun schnell ausrollt.

Andere Anbieter wie Samsung oder Amazon könnten folgen und ihre eigenen Stores stärker bewerben. Für Verbraucher bedeutet das mehr Auswahl und potenziell niedrigere Preise. Allerdings droht Fragmentierung, da jede Plattform separate Updates und Regeln mitbringt.

Auf einen Blick

  • Urteil: 9. US-Berufungsgericht lehnt Googles Antrag auf Aufschub einstimmig ab
  • Pflichten: Google muss alternative App-Stores zulassen, externe Zahlungen erlauben und Pre-Installationsdeals unterlassen
  • Fristen: 30 Tage für einige Änderungen, 10 Monate für andere
  • Reaktionen: Epic-CEO Tim Sweeney spricht von einem historischen Sieg

Die Branche ist wie immer im Wandel

Der Beschluss gilt als Meilenstein für die digitale Distribution. Wenn er Bestand hat, könnte er den Markt für mobile Spiele grundlegend verändern. Entwicklern winkt ein größeres Stück vom Umsatzkuchen, da die obligatorischen 30-Prozent-Gebühren wegfallen.

Google warnt jedoch vor Sicherheitsrisiken durch alternative Stores. Verbraucherschützer begrüßen den Schritt, fordern aber klare Regeln zur Kontrolle von Schadsoftware.

In Europa hat der Digital Markets Act ähnliche Vorgaben bereits umgesetzt, was Google zur globalen Anpassung zwingen könnte.


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Ben Touati
Gaming Nerd
Ben Touati schreibt über Games, Filme und die große, weite Welt der Popkultur – mit einem Blick, der zwischen analytischem Tiefgang und nerdiger Begeisterung pendelt. Sein Background in Linguistik verleiht ihm ein feines Gespür für Sprache, Struktur und die kleinen Nuancen, die große Geschichten tragen. Ob Aktuelles aus der Gaming-Welt, neue Trends oder Arnold Schwarzeneggers Englisch: Ben liefert Einordnungen mit Substanz – immer durchzogen von geekigen Referenzen, filmreifen Metaphern und dem leisen Verdacht, dass das alles irgendwie mit Buffy the Vampire Slayer und Watchmen zu tun hat.