Als Forza Horizon 6 diese Woche im Xbox Developer Direct erstmals ausführlich Gameplay gezeigt hat, war die Begeisterung schnell da. Japan als Setting, offenes Horizon-Feeling, Playground Games in Topform. Was Microsoft dabei auffällig vermieden hat: über Preise zu sprechen. Die kamen erst danach – und haben es in sich.
- Ein Upgrade, das sich wie ein zweiter Kauf anfühlt
- International wird es richtig unangenehm
- Microsofts Margen-Ziel schwebt über allem
Wenn Forza Horizon 6 am 19. Mai für PC und Xbox Series X|S erscheint, kostet die Standard Edition 69,99 Euro. Die Premium Edition liegt bei 119,99 Euro. Wer über Xbox Game Pass Ultimate spielt, kann alternativ ein Premium-Upgrade-Bundle für 59,99 Euro kaufen – und damit vier Tage früher, ab dem 15. Mai, losfahren.
Ein Upgrade, das sich wie ein zweiter Kauf anfühlt
Dieses Premium-Upgrade ist kein neues Modell für die Reihe, fühlt sich diesmal aber deutlich schmerzhafter an. Fast 60 Euro nur für den Zugang zu denselben Extras, die Premium-Käufer:innen bekommen, plus Early Access. Effektiv zahlt man fast noch einmal den Preis eines Vollspiels, nur um früher zu starten und Inhalte vorzubestellen, die zum Launch teilweise noch gar nicht existieren.
Enthalten sind unter anderem die zwei noch nicht angekündigten Erweiterungen, der Italian Passion Car Pack ohne Release-Datum, der Time Attack Car Pack, der Car Pass mit 30 zusätzlichen Autos über mehrere Wochen, VIP-Mitgliedschaft und das Welcome Pack. Klingt nach viel – ist aber eben auch ein deutlicher Preissprung im Vergleich zu Forza Horizon 5, dessen Premium-Upgrade noch bei 49,99 Euro lag.
International wird es richtig unangenehm
Besonders deutlich wird das Ganze außerhalb der USA. In Großbritannien kostet das Premium-Upgrade 59,99 Pfund – exakt so viel wie das Basisspiel selbst. In Australien liegt die Premium Edition sogar bei 190 AUD, ein massiver Sprung gegenüber dem Vorgänger. Entsprechend emotional fallen die Reaktionen in Foren und auf Reddit aus.
Zwischen Frust, Sarkasmus und Schulterzucken ist alles dabei. Einige Fans sprechen von schlichtem Abzocken, andere verweisen auf Inflation und steigende Entwicklungskosten. Rein rechnerisch lässt sich der Preisanstieg tatsächlich ungefähr mit der Geldentwertung erklären – gefühlt tut das aber wenig gegen den Sticker-Schock, wenn ein „Upgrade“ plötzlich wie ein Zweitkauf wirkt.
Microsofts Margen-Ziel schwebt über allem
Ganz losgelöst von Forza steht diese Diskussion natürlich nicht. Im Raum steht weiterhin die Debatte um Microsofts Profitziele im Gaming-Bereich. Berichte aus dem letzten Jahr legten nahe, dass Xbox-Studios auf eine Marge von rund 30 Prozent gedrückt werden sollen – deutlich über dem Branchenschnitt. Laut Bloomberg habe genau dieser Anspruch zu Entlassungen, Projektstreichungen, Multiplattform-Strategien und eben auch aggressiveren Preisstrukturen beigetragen.
Zum Vergleich: Die durchschnittliche Gewinnmarge der Branche liegt eher zwischen 17 und 22 Prozent. Sonys PlayStation-Sparte kam zuletzt auf rund 16 Prozent. Vor diesem Hintergrund wirkt Forza Horizon 6 weniger wie ein Einzelfall und mehr wie ein weiteres Puzzlestück.
Am Ende bleibt eine vertraute Situation: Forza Horizon 6 sieht großartig aus, dürfte spielerisch liefern – aber der Zugang zu „Premium“ fühlt sich teurer an als je zuvor. Wer Geduld hat, fährt mit Game Pass und späterem Einstieg deutlich günstiger. Wer Day-One und Early Access will, zahlt dafür mittlerweile fast Vollpreis.
Veröffentlicht: 26. Januar 2026 04:06 Uhr