Bei Square Enix rumort es nicht nur hinter den Kulissen. Mit einer ungewöhnlich deutlichen Präsentation hat sich der Investmentfonds 3D Investment Partners öffentlich an Aktionär:innen und Management gewandt – und dabei kaum ein gutes Haar an der aktuellen strategischen Ausrichtung des japanischen Publishers gelassen.
- Scharfe Kritik an Strategie und Führung
- Sinkende Kennzahlen, steigende Sorgen
- Forderung nach einem Kurswechsel
- Öffentlicher Druck von innen
Der Fonds, der rund 14,3 Prozent an Square Enix hält und damit zu den größten Investoren zählt, spricht von einer spürbaren Erosion der Ertragskraft und fordert nichts weniger als eine grundlegende Neubewertung des bisherigen Kurses.
Scharfe Kritik an Strategie und Führung
Wie das japanische Medium Automaton berichtet, umfasst die Präsentation ganze 112 Seiten und richtet sich explizit gegen den aktuellen mittelfristigen Managementplan. 3D Investment Partners zeigt sich „nicht überzeugt“, dass Square Enix in seiner jetzigen Form in der Lage sei, strukturelle Probleme zu lösen oder den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern.
Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Amtszeit von Präsident Takashi Kiryu, der das Unternehmen im Sommer 2023 übernommen hat. Der Fonds zeichnet ein Bild von Stagnation, das sich über mehrere Jahre erstreckt, und spricht von einer deutlichen Verschlechterung zentraler Leistungskennzahlen.
Sinkende Kennzahlen, steigende Sorgen
Konkret verweist 3D Investment Partners auf rückläufige Umsätze und Profitabilität. Laut den vorgelegten Daten sei das operative Ergebnis seit den Höchstständen im Geschäftsjahr 2021 um rund ein Drittel gefallen, die Eigenkapitalrendite sogar um mehr als 60 Prozent. Zwar begann der Abwärtstrend bereits vor Kiryus Amtsantritt, doch der Fonds sieht die aktuellen Maßnahmen nicht als ausreichend an, um gegenzusteuern.
Besonders kritisch bewertet wird die Fragmentierung des Entwicklungsportfolios. Zu viele Projekte, zu wenig Fokus und gleichzeitig stark gestiegene Entwicklungskosten seien eine gefährliche Kombination – gerade für ein Unternehmen mit einem so starken Marken- und IP-Katalog.
Forderung nach einem Kurswechsel
Der Fonds fordert Square Enix auf, konkrete und konsequent umgesetzte Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ziel müsse es sein, das volle Potenzial der bekannten Marken endlich wieder auszuschöpfen, statt Ressourcen in zu viele parallele Entwicklungen zu streuen.
In der begleitenden Mitteilung an Business Wire richtet sich 3D Investment Partners zudem direkt an die übrigen Aktionär:innen. Man wolle deren ehrliche Einschätzungen einholen und auf dieser Basis den Dialog mit Square Enix suchen – mit dem erklärten Ziel, den Unternehmenswert „wieder zu stärken“.
Öffentlicher Druck von innen
Dass ein Großinvestor diesen Weg wählt, ist ungewöhnlich – und zeigt, wie groß die Unzufriedenheit offenbar ist. Für Square Enix kommt der Vorstoß zu einem sensiblen Zeitpunkt, in dem sich der Publisher ohnehin in einer Phase der Neuorientierung befindet.
Ob die deutlichen Worte zu konkreten Veränderungen führen, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Der Druck auf das Management wächst – nicht von außen, sondern aus dem eigenen Aktionärskreis.
Veröffentlicht: 23. Dezember 2025 04:49 Uhr