Eine Woche nach dem Early-Access-Launch meldet sich Simon Collins-Laflamme öffentlich zu Wort – und der Ton ist klar, persönlich und ungewohnt offen. Der Co-Founder von Hypixel Studios und heutige Director von Hytale nutzt Social Media, um auf einen der wohl ungewöhnlichsten Comebacks der letzten Jahre zurückzublicken. Sein Fazit nach sieben Tagen: keine Reue.
- Ein riskantes Zurückkommen – auch privat
- Von „Hytale ist tot“ zu „Hytale ist gerettet“
- Ein Start, der Erwartungen sprengt
- Ein selten ehrlicher Moment
Der Post ist weniger PR, mehr Erleichterung. Und genau das macht ihn bemerkenswert.
Ein riskantes Zurückkommen – auch privat
Collins-Laflamme schreibt, dass seine Rückkehr zum Projekt alles andere als selbstverständlich war. Nach Jahren der Distanz sei der Schritt zurück zu Hytale ein echtes Wagnis gewesen – nicht nur beruflich, sondern auch für ihn und seine Familie.
Dass es am Ende funktioniert hat, schreibt er nicht sich selbst zu, sondern dem Team. Er habe den neu aufgebauten Entwickler:innen voll vertraut, und dieses Vertrauen habe sich ausgezahlt. In seinen Worten klingt durch, wie viel auf dem Spiel stand – und wie viel Druck von ihm abgefallen ist, nachdem der Launch tatsächlich über die Bühne ging.
Von „Hytale ist tot“ zu „Hytale ist gerettet“
Der Kontext macht diese Aussagen noch gewichtiger. Hytale ist ein Spiel, das über Jahre hinweg immer wieder neu angesetzt, verschoben und infrage gestellt wurde. Die Entwicklung begann bereits 2015, lange bevor Hypixel Studios offiziell gegründet wurde.
Nach der Übernahme durch Riot Games im Jahr 2020 schien das Projekt zwar abgesichert, doch im Sommer 2025 folgte der harte Einschnitt: Studio-Schließung, Entwicklungsstopp, Hytale praktisch auf Eis.
Erst im November desselben Jahres meldete sich Collins-Laflamme mit der Nachricht zurück, dass er Studio und Projekt von Riot zurückgekauft habe. Sein Satz damals: „Hytale ist gerettet.“ Eine Aussage, die viele für optimistisch hielten – vielleicht zu optimistisch.
Ein Start, der Erwartungen sprengt
Der Early-Access-Launch am 13. Januar hat diese Zweifel zumindest vorerst zerstreut. Hytale entwickelte sich zum meistgesehenen Spiel auf Twitch am Releasetag, zog laut Berichten rund 2,8 Millionen Spieler:innen an und sorgte für genau die Art von Aufmerksamkeit, die dem Projekt jahrelang gefehlt hatte.
Schon vor dem Release hatte Collins-Laflamme zudem erklärt, dass Vorbestellungen die nächsten zwei Jahre Entwicklungskosten decken. Zusammen mit seinem eigenen langfristigen Commitment sehe man sich „sehr stark aufgestellt“ – eine Seltenheit in einer Branche, in der viele Projekte nicht einmal den nächsten Patch finanzieren können.
Ein selten ehrlicher Moment
Was an Collins-Laflammes Statements hängen bleibt, ist weniger der Erfolg in Zahlen als der Ton dahinter. Kein Siegesjubel, kein „Wir haben es allen gezeigt“. Stattdessen Dankbarkeit, Respekt vor dem Team – und das Eingeständnis, dass diese Rettung auch hätte schiefgehen können.
Nach über zehn Jahren Entwicklung wirkt Hytale plötzlich nicht mehr wie ein ewiges Versprechen, sondern wie ein Projekt, das tatsächlich eine Zukunft hat. Ob diese langfristig so stabil bleibt, wird sich zeigen. Für Collins-Laflamme ist aber eines jetzt schon klar: Die Entscheidung, zurückzukommen, war richtig.
Veröffentlicht: 24. Januar 2026 19:56 Uhr