James Ohlen
via Xbox.com

James Ohlen verlässt Exodus-Studio Archetype

Manchmal ist ein Abgang weniger ein Warnsignal als ein Übergabepunkt. James Ohlen, einer der prägendsten RPG-Designer der letzten Jahrzehnte, hat seinen Posten als Studio Head bei Archetype Entertainment verlassen. Das Studio arbeitet aktuell an Exodus, seinem ersten großen Projekt, das noch in der Entwicklung steckt. Ohlen zieht sich dabei nicht komplett zurück, sondern wechselt die Perspektive.

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Projekt, das für ihn abgeschlossen ist
  2. Eine Karriere, die das Genre geprägt hat
  3. Exodus bleibt auf Kurs
  4. Wizards stellt seine Games-Sparte neu auf
  5. Ein Schritt zurück, kein Abschied

Nach außen klingt der Schritt ruhig, fast selbstverständlich. Intern ist er Teil einer größeren Umstrukturierung innerhalb von Wizards of the Coast und Hasbro.

Ein Projekt, das für ihn abgeschlossen ist

Laut Hasbro fühlt sich Ohlen an einem Punkt angekommen, an dem seine Arbeit an Exodus getan ist. Die Kernidee steht, die Richtung ist gesetzt, das Feintuning liegt nun beim Team. Genau dort sieht er das Projekt in guten Händen. Ganz loslassen wird er dennoch nicht. Ohlen bleibt Archetype als kreativer Berater erhalten, zieht sich aber aus dem operativen Studio-Alltag zurück.

Gleichzeitig verschiebt sich sein Fokus wieder stärker in Richtung Tabletop-Rollenspiele. Für jemanden, dessen Karriere eng mit Pen-and-Paper-DNA verwoben ist, wirkt das weniger wie ein Rückzug als wie eine Rückbesinnung.

Eine Karriere, die das Genre geprägt hat

James Ohlens Name ist untrennbar mit einigen der wichtigsten Rollenspiele verbunden. Über zwei Jahrzehnte arbeitete er bei BioWare, war Lead Designer des ersten Baldur’s Gate und auch beim Nachfolger prägend involviert. Es folgten Projekte wie Star Wars: Knights of the Old Republic, Dragon Age: Origins und schließlich die Leitung von Star Wars: The Old Republic.

Archetype Entertainment gründete er mit dem Ziel, neue IPs zu schaffen, losgelöst von bestehenden Marken. Exodus ist genau dieses Projekt. Ein Science-Fiction-Rollenspiel, das bewusst nicht auf bekannte Welten setzt, sondern ein eigenes Universum etablieren will.

Exodus bleibt auf Kurs

Am Stand des Spiels ändert sich durch Ohlens Abgang offiziell nichts. Exodus wurde zuletzt mit einem neuen Trailer gezeigt und befindet sich weiter in Entwicklung. Der Release wurde bereits nach hinten verschoben, um dem Projekt mehr Zeit zu geben. Ohlen war als Producer maßgeblich beteiligt, die kreative Handschrift bleibt also Teil der DNA.

Dass ein Studio Head vor dem Release geht, wirkt ungewöhnlich. In diesem Fall aber scheint der Schritt bewusst geplant. Weniger Abbruch, mehr Staffelübergabe.

Wizards stellt seine Games-Sparte neu auf

Parallel dazu ordnet Wizards of the Coast seine digitale Strategie neu. Die Verantwortung für Digital Ventures übernimmt künftig Paul Della Bitta, der zuvor unter anderem bei Blizzard und Riot tätig war und zuletzt an der Gründung von Dreamhaven beteiligt war. Unter Präsident John Hight soll der Games-Bereich stärker wachsen, neue IPs entwickeln und bestehende Marken ausbauen.

Neben Exodus setzt Wizards dabei auch auf bekannte Universen. Ein neues Einzelspieler-Action-Adventure im Dungeons-and-Dragons-Kosmos wurde bereits angekündigt. Die Richtung ist klar: mehr Präsenz, mehr eigene Spiele, mehr Kontrolle über die eigenen Welten.

Ein Schritt zurück, kein Abschied

James Ohlens Abgang fühlt sich nicht wie ein Ende an. Eher wie ein Wechsel der Ebene. Er übergibt ein Projekt, das er mit aufgebaut hat, und richtet seinen Blick neu aus. Für Archetype ist das eine Bewährungsprobe. Für Ohlen eine Fortsetzung seiner Karriere auf anderem Spielfeld.

Exodus muss nun zeigen, dass es auch ohne seinen Studio Head trägt. Die Grundlagen dafür hat er gelegt.


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Author
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Linda Güster
Gaming & eSports Expertin
Ich bin Linda – und ich lebe Gaming in allen Farben (RGB natürlich). Für Escapist schreibe ich über alles, was mich packt: Indie-Games, Cozy-Perlen, Simulationen, (J)RPGs, Triple-A-Titel, Idle Games und Clicker, bei denen man „nur kurz“ was anklickt und drei Stunden später immer noch da sitzt. Mein Kalender besteht aus Releases und Event-Dates – Yu-Gi-Oh! Nationals, IEM Cologne, Gamescom – und dazwischen jongliere ich TikTok, mein Steam-Curator-Profil und eine 1.800-Spiele-Steam-Bibliothek, die ich garantiert nie komplett durchspiele. Stardew Valley hat mir 250 Stunden Schlaf geraubt, Dota 2 3.500 Stunden Lebenszeit, und ich würde beides sofort wieder tun. In MMORPGs kann ich stundenlang im Charakter-Designer oder ins Transmoggen versinken, bis jedes Detail sitzt. Kurz gesagt: Ich trage viele Hüte – aber mein Lieblingshut ist ein Gaming-Headset. ♥️