Es gibt diese Reihen, bei denen sich Warten irgendwann nicht mehr wie Vorfreude anfühlt, sondern wie Stillstand. Deus Ex ist längst an diesem Punkt angekommen. Und jetzt kommt die Bestätigung aus einer Richtung, die wehtut: von Elias Toufexis, der Stimme von Adam Jensen.
- Ein Post, der Hoffnung sofort beendet
- Ein Projekt, das es fast gab – und dann nicht mehr
- Jensen, die halbe Geschichte und ein offenes Ende
- Wut, Frust und ein Branchenproblem
Kurz gesagt: Es wird kein neues Deus Ex geben. Zumindest nicht in absehbarer Zeit.
Ein Post, der Hoffnung sofort beendet
Toufexis teilte auf X eine Übersicht seiner kommenden Projekte. Zwischen bestätigten Jobs und mehreren geheimen NDA-Einträgen begannen Fans schnell zu spekulieren. Vielleicht doch Deus Ex. Vielleicht ein Comeback. Vielleicht Jensen.
Die Antwort kam prompt – und ungewöhnlich unverblümt. Auf die Vermutung angesprochen, konterte Toufexis trocken, dass es kein Deus Ex gebe, weil „die Leute, die das entscheiden, Psychopathen seien“. Kein Emoji, kein Augenzwinkern. Einfach ein Satz, der sitzt.
Ein Projekt, das es fast gab – und dann nicht mehr
Ganz aus der Luft gegriffen waren die Hoffnungen nicht. Bei Eidos-Montréal war über einen längeren Zeitraum tatsächlich ein neues Deus-Ex-Spiel in Arbeit. Das Projekt wurde jedoch eingestellt, nachdem der Publisher Embracer Group den Stecker zog.
Was besonders bitter ist: Dieses Spiel hätte offenbar gar nicht Adam Jensen in den Mittelpunkt gestellt. Toufexis erklärte später selbst, dass er für dieses Projekt nie kontaktiert wurde und Jensens Geschichte aus Sicht der Verantwortlichen als abgeschlossen galt.
Jensen, die halbe Geschichte und ein offenes Ende
Adam Jensen bleibt trotzdem eine der prägendsten Figuren moderner Rollenspiele. Deus Ex: Human Revolution und Deus Ex: Mankind Divided haben eine Figur geschaffen, die zwischen Kontrolle, Selbstbestimmung und Systemkritik genau dort funktioniert hat, wo Deus Ex immer stark war.
Gerade Mankind Divided endete jedoch abrupt. Die Geschichte fühlte sich nicht abgeschlossen an, sondern abgeschnitten. Ein Cliffhanger, der bis heute nachhallt. Mit jedem Jahr ohne Fortsetzung wird klarer, dass dieser zweite Teil von Jensens Story wahrscheinlich nie erzählt wird.
Wut, Frust und ein Branchenproblem
Was Toufexis besonders ärgert, ist weniger das eigene Fehlen in einem neuen Spiel, sondern das, was dahintersteht. Kolleg:innen bei Eidos verloren ihre Jobs, Projekte verschwanden, ohne dass sie je eine Chance hatten, fertig zu werden. Seine Worte treffen damit einen Nerv, der weit über Deus Ex hinausgeht.
Die Branche ist in einer Phase, in der selbst etablierte Marken keine Sicherheit mehr haben. Und Deus Ex, so ikonisch es ist, scheint aktuell eher Ballast als Chance zu sein.
Für Fans bleibt am Ende nur das, was schon lange da ist. Zwei großartige Spiele, ein halbes Ende und die leise Gewissheit, dass manche Cyberpunk-Zukünfte eben nie eintreten.
Veröffentlicht: 2. Januar 2026 06:15 Uhr